Die Autorenmarke als Einnahmequelle

Kurz vorweg: Es gibt tausend Wege zum Erfolg und leider kein Universalrezept. Würde das existieren, wäre es auch irgendwie langweilig, oder nicht? Ich habe im Laufe meines Autorinnenlebens aber eine Sache bemerkt: In dem Moment, wo ich ein „Gutgeher-Buch“ hatte, zog das nicht nur neue Fans der Reihe zu mir, sondern auch meine Backlist-Titel wurden auf einmal wieder mehr nachgefragt. Ich wurde als Autorin endlich wahrgenommen – ich wurde eine Marke. Darauf aufzubauen, hat viel Energie gefressen, aber es hat sich gelohnt!

Ihr habt keinen Bestseller und fühlt euch nicht als Marke? Dann räumt diese Zweifel aus dem Weg. Ihr habt ein ganzes Buch geschrieben. Ihr seid Autor*innen. Jetzt müsst ihr das der Welt zeigen, auf eure ganz eigene, persönliche Weise. Habt Geduld mit euch und eurem Weg, sucht euch Wegbegleiter und freut euch auch über kleine Erfolge. Das macht es so viel schöner, damit auch Geld zu verdienen. Falls das auch ausbleibt, ihr das Schreiben aber weiter liebt, dann fokussiert euch darauf. Ich habe 20 Bücher gebraucht, um davon leben zu können. Manche schaffen das schon mit einem, doch was zählt, seid ihr allein!

Gutgeher als Sprungbrett

Aber zurück zur Autorenmarke. Tatsächlich möchte ich euch einen Tipp ans Herz legen, der bei mir wirklich gut funktioniert hat:

Wenn ihr ein Buch habt, das sich von euren bisher geschriebenen hervorhebt, dann pusht es, bis es selbst zur Marke wird oder ihr als Autor*innen als Marke wahrgenommen werdet. Das ist euer Sprungbrett, damit es auch zukünftig läuft. Schafft euch mit dieser Basis im Rücken einen Newsletter an und sammelt Mail-Adressen. Das ist die Ausgangslage für euer nächstes Buch! Hier erreicht ihr exakt eure Zielgruppe!

Ihr bringt ein neues Buch heraus? Dann verknüpft es gnadenlos mit eurem Gutgeher. Ihr merkt, dass die Neuerscheinung nicht zieht und ihr längst all eure Energie hineingesteckt habt, ohne dass sich was tut? Dann konzentriert euch wieder auf euren Gutgeher, pusht den und nehmt für das bislang nicht erfolgreiche Projekt einen neuen Anlauf – vielleicht ein paar Monate später, vielleicht irgendwann mit neuem Cover. Lasst Nicht-Geher ziehen und konzentriert euch auf ein neues Projekt, während ihr den Gutgeher wieder pusht.

Wichtig ist dabei, dass ihr euch nicht runterziehen lasst. Viele reiben sich durch Marketing auf, das nicht richtig ankommt, und verlieren dadurch die Lust am Schreiben.

Was macht dich einzigartig?

Und was ist, wenn ihr kein Gutgeher-Buch habt? Zunächst ist es relativ, was ihr als Gutgeher versteht. Es muss nicht der Spiegel-Bestseller sein, es reicht schon ein Buch, das einfach besser ging als andere. Schreibt was Ähnliches im gleichen Genre und bastelt in der Zwischenzeit daran, wie euch eure Umwelt wahrnehmen soll – baut euch als Marke aus.

Du bist ein Sonnenschein und immer lustig? Dann zeig das auf Social Media. Wenn du gerne diskutierst, dann polarisiere in den Beiträgen. Überleg, was dich einzigartig macht – und zeig es den Menschen. Ich glaube fest daran, dass Authentizität noch immer viel wert ist. Such dein Alleinstellungsmerkmal. Du hast garantiert eins!

Achte allerdings darauf, dass der Auftritt zum Ton deiner Bücher passt. Euch sonnig zu präsentieren, obwohl ihr blutige Horrorbücher schreibt, ist schwierig.

Für mich war für den Markenausbau Social Media der richtige Weg. TikTok funktioniert mittlerweile längst nicht mehr so gut wie früher, ist aber noch gut genug, um es weiterzumachen. Auf Instagram habe ich meine treueste Fangemeinde und auf Facebook lohnt sich noch immer bezahlte Buchwerbung. Auf diese Weise habe ich mir langsam einen festen Leserstamm aufgebaut, den ich mit jeder Neuerscheinung erweitere.

Das allein hat sich schon gelohnt. Aber wie kann man mit dieser Marke langfristig Geld verdienen?

Ausprobieren, was zu dir passt

Wer eine wirklich große Fangemeinde auf TikTok hat, kann über Lives dazuverdienen. Ich hab das versucht, bin aber an meiner Faulheit gescheitert. Affiliate-Links waren mir zu kompliziert, für fremde Firmen Werbung machen und am Partnerprogramm teilnehmen wollte ich nicht. Blogbeiträge fressen echt viel Schreibzeit, aber wer eine Nische gefunden hat, kann sich da durchaus was dazuverdienen. Für mich war das nichts.

Stattdessen habe ich mich auf meine alten Rechte konzentriert. Ich habe Hörbuch-Rechte zurückgerufen und alte Bücher, die bislang kein Hörbuch hatten, an Hörbuchverlage verkauft (zur Not hätte ich es auch selbst produzieren lassen). Außerdem wurden mir die Rechte an alten Büchern zurückgegeben, und die habe ich im Selfpublishing rausgebracht – mit neuem Cover, neuem Klappentext und neuem Marketing. Bei meinen Liebesromanen hat das nicht geklappt, aber meine Fantasy-Fanbase konnte ich gut auf die alten Geschichten aufmerksam machen.

Das zeigt: Die Autorenmarke ist oft auch mit dem Genre verknüpft. Nicht immer, aber meistens. Bleibt Genre-treu! Denkt außerdem unbedingt an Mehrfachverwertung (E-Book, Hörbuch, Schmuckausgabe, Übersetzung). Ihr habt viel Arbeit in einen Text investiert – lasst ihn jetzt für euch arbeiten.

Außerdem bin ich auf Patreon. Das ist eine Plattform für Kunstschaffende, wo die Fans einen finanziell unterstützen und man sie als Gegenleistung mit Geschichten aus dem Alltag, Hintergrundinfos oder Goodies dafür belohnt. Ich mache das schon seit Jahren und war kurz davor, aufzugeben, weil sich niemand für mich interessiert hat. Dann wurde ich bekannter – und plötzlich war Patreon tatsächlich relevant für mich.

Jetzt versuche ich mich an Übersetzungen. Das kostet viel Geld, aber ich habe so viele Jahre an den Büchern gesessen, da will ich unbedingt austesten, ob die Geschichten auch in anderen Ländern funktionieren. Ob das klappt? Wir werden sehen. Ich bin guter Dinge und freue mich darauf.

Hab Spaß!

Und das ist wohl eins der wichtigsten Dinge an der Autor*innenmarke: Man muss Freude daran haben, sie nach außen zu tragen. Wenn Social Media nichts für euch ist und ihr lieber schreibt, dann tut das! Ich kenne auch Autor*innen, die ohne großen Social-Media-Auftritt total erfolgreich sind. In dem Fall ist das neue Buch die beste Werbung. Vielleicht kennt ihr einen Autor bzw. eine  Autorin, der oder die ähnlich tickt? Dann stellt euch gegenseitig in euren Newslettern vor. Ich bin sicher, das wird euch beide voranbringen.

Es gibt viele Möglichkeiten, die ihr austesten könnt. Wichtig ist nur, es nicht gleich wieder aufzugeben. Haltet durch, schreibt weiter – und vor allem: Habt Freude daran.


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Die Autorin dieses Beitrags

Liane Mars

Liane Mars schreibt seit Jahren Fantasy- und Liebesromane mit viel Romantik, skurrilen Orten und zauberhaften Heldinnen. Sie liebt überraschende Wendungen und wechselt gerne von düsteren Geheimnissen zu Dialogen zum Schmunzeln. Eine gute Portion Humor darf natürlich nicht fehlen. Ihr Ziel ist es, Wohlfühlbücher zu schreiben und die Leser gleichzeitig so mit spannenden Handlungen zu fesseln, dass sie die Zeit vergessen. Mit ihren Fantasyreihen ASRAI und FUNKEN UND ASCHE landete sie auf der Spiegel Bestsellerliste. Sie kommt aus dem Ruhrpott, liebt das Sauerland und natürlich Kaffee. Zusammen mit ihrer Familie und ihrem Hund lebt sie in Schwerte.

Ein Hörbuch von meinem Buch

Worauf muss ich achten und wie unterscheidet sich eine Veröffentlichung über Verlage und im SP?

Von Rena Rosenthal/Serena Avanlea

Als absoluter Hörbuchjunkie, der früher schon jede Folge der Drei ??? auf CD gehört hat und generell alle Hörbücher, die mir in die Finger kamen, freue ich mich umso mehr, dass Hörbücher in den letzten Jahren immer beliebter geworden sind. Denn nun gibt es noch viel, viel mehr davon und der Weg zum Hörbuch ist gar nicht mehr so schwer. Und für uns Autor*innen ist es schließlich etwas ganz Besonderes, wenn die selbst geschriebenen Worte von einem Profi zum Leben erweckt werden.

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Liebe, die bleibt – DELIA-Preisverleihung auf der Leipziger Buchmesse 2026

Preisverleihung: DELIA-Literaturpreis 2027 am 21.03.2026 auf der Leipziger Buchmesse
v.l.n.r. Petra Schier (Jury-Vorsitzende, Rena Fischer (Präsidentin), Jana Lukas (Vizepräsidentin)

Wer einmal auf der Leipziger Buchmesse war, weiß, es gibt kaum einen anderen Ort, an dem die Liebe zur Literatur so greifbar ist. Eine Farbexplosion aus Genres und Geschichten, so bunt wie die Kostüme der sich unter dem Glasdach sammelnden Cosplayer, treibt Leserinnen und Leser von Stand zu Stand und von einem Event zum nächsten. Und mittendrin verleihen wir, der Verband deutschsprachiger Liebesromanautorinnen und -autoren, die DELIA, das Gütesiegel für anspruchsvolle Liebesromanliteratur in den Kategorien Roman und Junge Liebe.

Rekord trotz Krise

Trotz allgemeiner Krisenstimmung war auch 2026 wenig davon zu spüren, dass sich die deutsche Buchbranche mit steigenden Produktionskosten, einem Filialsterben im Buchhandel und sinkenden Buchverkäufen auseinandersetzen muss. Mit 313.000 Besucherinnen und Besuchern verzeichnete die Messe in diesem Jahr sogar einen neuen Rekord. Ein Genre trägt maßgeblich dazu bei, dass die Belletristik als einzige Warengruppe überhaupt wächst: die Romance.[1]

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Romance ist nicht gleich Romance – warum New Adult und Dark Romance nicht das Gleiche sind

Rein dekorativ: Blogbanner mit Titel des Beitrags

Pünktlich zur Leipziger Buchmesse wird es voraussichtlich auch in diesem Jahr einen Artikel im Feuilleton geben, in dem über das Genre New Adult Romance hergezogen wird wie über kein anderes. Auch bei DELIA haben wir uns zusammengesetzt und unterschiedliche Perspektiven auf das Genre diskutiert. Dabei ist vor allem eines auffällig: Alle haben eine Meinung zur Sache, doch nur wenige haben sich wirklich damit auseinandergesetzt, was New Adult eigentlich bedeutet.

New Adult – Genre oder Altersklassifizierung?

Inzwischen kennen wir sie alle, die rosaroten, glitzernden Softpornos, die in jeder Buchhandlung auf den Tischen liegen, süße Comic-Figuren auf dem Cover abbilden und toxische Männlichkeit verherrlichen. Pfui, kein Wunder, dass die Sprache verfällt und die Jugend keinen Respekt mehr vor Älteren hat. Aber stopp mal – ist das wirklich so einfach? Kann man wirklich all die Bücher über einen Kamm scheren oder wäre ein genauerer Blick auf diese gehypten Bücher fair – den Urheber*innen, den Verlagen und vor allem den Leser*innen gegenüber?

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Zeitmanagement – warum uns die Zeit entgleitet, obwohl wir doch alle gleich viel davon haben

Wer kennt es nicht: Man schaut auf die Uhr, der Nachmittag ist plötzlich vorbei und irgendwie ist nicht das geschafft, was man eigentlich schaffen wollte.

Mir ging es lange genauso, bis ich begriff: Ich habe kein Zeit-, sondern ein Entscheidungsproblem!

Wie viele auch gab ich allem anderen den Vorzug – Verlagsanfragen, Steuerkram, Mails, organisatorische Aufgaben – und verschob ausgerechnet meine eigentliche Hauptarbeit, das Schreiben, immer wieder nach hinten.

Ich ließ mich von Dringlichkeiten treiben und verschätzte mich regelmäßig darin, wie lange Aufgaben dauern. Kein Wunder, dass es sich nach „zu wenig Zeit“ anfühlt, wenn in Wahrheit zu viele ungefilterte Aufgaben um dieselben 24 Stunden kämpfen.

Folgende Methoden haben mir geholfen, meine Zeit besser einzuteilen:

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