DeLiA
Vereinigung
deutschsprachiger Liebesromanautoren
DELIA
DES MONATS
MARTINA ANDRÉ
Über mich
Schon als Kind bereitete es mir unbändigen Spaß,
möglichst abenteuerliche Fortsetzungsgeschichten zu erdenken und
sie mit meinen Freundinnen zu teilen. Allerdings habe ich nie daran
gedacht, eines Tages Schriftstellerin zu werden. Dass es doch so
gekommen ist, verdanke ich wohl eher einem glücklichen
Zufall.
Womöglich wurde mir das Erfinden von spannenden Geschichten sogar
in die Wiege gelegt. Nachdem mich mein Literaturagent im Mai 2006 nach
einer Idee für ein Pseudonym fragte, fühlte ich mich
plötzlich an den französisch klingenden Nachnamen meiner
Urgroßmutter erinnert und entschied mich spontan für
„Martina André“. Hatte doch meine betagte
Verwandtschaft stets bekundet, ich sei ihr sehr ähnlich. Ihre
Vorfahren gingen auf verfolgte Hugenotten aus dem Elsass zurück,
die vor langer Zeit bei ihrer Flucht ins Rheinland zum katholischen
Glauben übergetreten waren. Anlässlich einer Lesung am
Hugenottenbrunnen in Erlangen 2008 erklärte mir dann eine
Redakteurin des Bayerischen Rundfunks sinngemäß, dass die
Grundlagen zu Grimms Märchen der Legende nach von einer Hugenottin
stammten und man diesen Leuten einst ein gewisses, keltisches
Erzähltalent zugeschrieben habe.
1961 in Bonn als gebürtige Rheinländerin geboren,
gehören Kreativität und Spaß an der Freud sicher
zu meiner charakterlichen Grundausstattung. Allerdings war ich nie an
Pappnasen und Clownskostümen interessiert. Vielmehr entwickelte
ich bereits im Grundschulalter eine zusätzliche Vorliebe fürs
ernste Fach, indem ich die üppig mit Sachbüchern und
Bildbänden bestückten Wohnzimmerregale meiner Eltern
durchstöberte. Was öfters vorkam, wenn ich mich in unserem
kleinen Dörfchen mangels Spielkameraden mal wieder langweilte.
Dabei stieß ich auf „Götter, Gräber und
Gelehrte“ (und gruselte mich bei den darin beschriebenen
Menschenopfern der Mayas, Inkas oder Azteken) – oder ich las
„Weltgeschichte in Romanen“, - historisch korrekte Storys
über Tod und Teufel im Mittelalter. Als leichte Kost
für zwischendurch genehmigte ich mir ‚Pippi
Langstrumpf‘, die ich kurzerhand durch „Lederstrumpf“
ersetzte, wenn mir nach handfesteren Abenteuern zumute war.
Mit Elf mutierte ich literarisch wie filmisch zum „Trekki“.
Mister Spock von ‚Raumschiff Enterprise‘, ausgestattet mit
einem bestechend logischen Verstand und ohne einen Funken erotischer
Ausstrahlung, wurde zu meinem ersten Teenie-Schwarm und Science-
Fiction zu meinem bevorzugten Genre. Mit zwölf begann ich Romane
über Außerirdische in Vokabelheftchen zu kritzeln, die meine
Deutschlehrerin begeisterten und mir schlaflose Nächte bereiteten,
als sie vorschlug, ich solle diese tollen Geschichten doch bitte der
gesamten Klasse vortragen. Mit sechzehn gab ich das Schreiben
zunächst wieder auf, als die ersten realen männlichen Helden
in mein Leben traten (mittlerweile hatte ich mich von meinem
„Mister Spock Ideal“ verabschiedet). Fortan widmete ich
mich, meine Hobbys betreffend, vermehrt der Malerei und im Alltag
den „wirklich wichtigen Dingen des Lebens“. Indem ich auf
Anraten meiner Eltern eine Ausbildung zur Beamtin absolvierte, einen
dieser leibhaftigen Helden zum Ehemann nahm, und einen
süßen, immer wissensdurstigen Sprössling zur Welt
brachte, bei dem mein Erzähltalent auf einmal wieder gefragt war.
Spätestens als unser Nachwuchs meiner unablässigen
Aufmerksamkeit nicht mehr bedurfte, war es an der Zeit, neue Horizonte
zu finden. Just zu diesem Zeitpunkt fiel mir 2001 ein geniales Buch in
die Hände. „Feuer und Stein“ von Diana Gabaldon. Ich
hatte es eigentlich meiner Schwiegermutter zu Weihnachten geschenkt,
aber da ich mich zwischen den an solchen Tagen üblichen
Verköstigungsritualen ein wenig langweilte, erlaubte ich mir
selbst einen Blick in mein Mitbringsel zu werfen. Zu meiner
Überraschung wurde ich schon nach wenigen Zeilen von der Handlung
förmlich gefangen und las in den nächsten Wochen
sämtliche Folgebände. Und noch etwas Wunderbares geschah.
Meine Erzählleidenschaft loderte wieder auf und der dringende
Wunsch, einen eigenen Roman auf einem ähnlich hohen Niveau zu
erschaffen, nahm Gestalt an. Und ich wusste auch sofort, worüber
ich schreiben wollte. Eine Zeitreise-Legende, die in der Historie des
Klosters Heisterbach wahrhaftig existierte und mich bereits im
Grundschulalter fasziniert hatte. Die Geschichte selbst sollte
möglichst so realistisch und nachvollziehbar sein, wie die Story
von Diana Gabaldon, mit tatsächlichen Handlungsorten und einem
– trotz aller Fantastik - glaubwürdigen Plot. Von nun an
schrieb und recherchierte ich beinahe drei Jahre ohne Unterlass. Der
Zufall wollte es, dass ich im Zuge einer Münzrecherche auf Helga
Glaesener traf, eine erfolgreiche deutsche Autorin für historische
Krimis. Sie empfahl mir sogleich ihren Agenten und so kam es, dass ich
bereits wenig später zwei Buchverträge eines renommierten
Publikumsverlages in Händen hielt. Dies sollte die Geburtsstunde
von „Das Rätsel der Templer“
sein und auch von „Martina André“ - einer Schriftstellerin mit hugenottischen Wurzeln.
Martina André lebt heute mit ihrer Familie in der Nähe von
Koblenz sowie in Edinburgh/Schottland, das ihr zur zweiten Heimat
geworden ist.
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