Mabel Clarence
ist sich sicher: Noch vor ein paar Minuten lag in
der Bibliothek des Herrenhauses eine kostümierte
tote Frau – erdrosselt mit einem Strick. Doch nun
ist sie verschwunden, ohne jede Spur. Und wo keine
Leiche, da keine Ermittlungen. Glauben schenkt der
älteren Besucherin aus London nur ein kauziger
Tierarzt. Also stellt Mabel in bester
Miss-Marple-Manier eigene Nachforschungen an und
versinkt immer tiefer im undurchsichtigen Sumpf
der Vergangenheit – bis sie selbst in die
Schusslinie des Mörders gerät …
Very British – ein spannender Krimi in düster-idyllischem Cornwall-Ambiente.
Besonderheiten: Siegertitel des im Herbst 2010 ausgeschriebenen „BritCrime-Wettbewerbes“ des Verlages
Auszug aus dem 1. Kapitel:
Ein Paar mittleren Alters saß am Tisch und die Frau schenkte gerade zwei Tassen ein. Es handelte sich um das Hausmeisterehepaar Penrose, die vor wenigen Minuten aufgestanden waren, um in aller Ruhe zu frühstücken, bevor ihr Tagwerk begann.
„Wer zum Teufel sind Sie, und wie kommen Sie hier herein?“
George Penroses Hand fuhr automatisch zu einem auf dem Tisch liegenden Messer, obwohl von der zierlichen Frau mit dem grauen praktischen Kurzhaarschnitt wohl kaum Gefahr zu erwarten war.
Mabel wurde schwindlig und sie klammerte sich Halt suchend an den Türrahmen.
„Da liegt eine Tote in der Bibliothek. Kommen Sie, schnell! Ich habe bereits die Polizei alarmiert.“
„Eine Tote?“ Emma Penrose sprang auf, jegliche Farbe wich aus ihren Wangen. „Das ist unmöglich. George, wer ist die Irre?“
„Mein Name ist Mabel Clarence. Lady Abigail ist meine Cousine und ich bin über die offene Terrassentür in die Bibliothek gekommen“, sprudelte Mabel heraus. „Und da lag sie vor dem Kamin – eine junge Frau und eindeutig tot. Erdrosselt, würde ich sagen.“
„Gut, ich schaue nach.“ George Penrose legte das Messer hin, aber seine Frau hielt ihn am Arm fest.
„Wenn es stimmt, was diese Frau behauptet, dann könnte der Mörder noch da sein! Nimm das Messer mit, George.“
Mabel stockte der Atem. Keinen Augenblick hatte sie daran gedacht, dass der Täter sich noch in der Bibliothek aufhalten könnte. Nicht, als sie die Tote entdeckt hatte, und auch nicht, als sie die Polizei gerufen hatte. Jetzt zitterten ihr im Nachhinein die Knie bei dem Gedanken, dass die Person in einer dunklen Ecke gelauert haben könnte.
„Keine Angst, Emma, ich werde vorsichtig sein“, murmelte George und verließ die Küche. Mabel und Emma folgten ihm langsam und mit einigem Abstand.
In der Bibliothek betätigte George den Lichtschalter und die Lampen ließen den großen Raum in hellem Licht erstrahlen. Alles schien ganz normal zu sein, jedes Möbelstück stand an seiner Stelle, und weit und breit war keine Spur von einer Leiche zu sehen.
„Ich verstehe das nicht.“ Verwirrt ging Mabel zum Kamin, vor dem lediglich ein heller, flauschiger Teppich lag. „Hier hat sie gelegen. Genau an dieser Stelle, und sie hatte einen Strick um den Hals.“ Sie sah das Hausmeisterpaar verwundert an. „Es sind doch nur ein paar Minuten vergangen.“
Ärgerlich krauste George Penrose die Stirn.
„Kommen Sie wieder mit in die Küche und erklären Sie, was Sie hier zu suchen haben und was Sie mit Ihrem Auftritt bezwecken wollen. Sie sehen ja selbst, hier gibt es keine Leiche. Hat auch nie eine gegeben …“
Das Hausmeisterpaar verließ den Raum, und Mabel blieb nichts anderes übrig, als ihnen zu folgen. Sie begann, an ihrem Verstand zu zweifeln, denn sie hatte die Tote nicht nur gesehen, sondern auch gefühlt. Es konnte doch keine Sinnestäuschung gewesen sein.
Very British – ein spannender Krimi in düster-idyllischem Cornwall-Ambiente.
Besonderheiten: Siegertitel des im Herbst 2010 ausgeschriebenen „BritCrime-Wettbewerbes“ des Verlages
LESEPROBE
Auszug aus dem 1. Kapitel:
Ein Paar mittleren Alters saß am Tisch und die Frau schenkte gerade zwei Tassen ein. Es handelte sich um das Hausmeisterehepaar Penrose, die vor wenigen Minuten aufgestanden waren, um in aller Ruhe zu frühstücken, bevor ihr Tagwerk begann.
„Wer zum Teufel sind Sie, und wie kommen Sie hier herein?“
George Penroses Hand fuhr automatisch zu einem auf dem Tisch liegenden Messer, obwohl von der zierlichen Frau mit dem grauen praktischen Kurzhaarschnitt wohl kaum Gefahr zu erwarten war.
Mabel wurde schwindlig und sie klammerte sich Halt suchend an den Türrahmen.
„Da liegt eine Tote in der Bibliothek. Kommen Sie, schnell! Ich habe bereits die Polizei alarmiert.“
„Eine Tote?“ Emma Penrose sprang auf, jegliche Farbe wich aus ihren Wangen. „Das ist unmöglich. George, wer ist die Irre?“
„Mein Name ist Mabel Clarence. Lady Abigail ist meine Cousine und ich bin über die offene Terrassentür in die Bibliothek gekommen“, sprudelte Mabel heraus. „Und da lag sie vor dem Kamin – eine junge Frau und eindeutig tot. Erdrosselt, würde ich sagen.“
„Gut, ich schaue nach.“ George Penrose legte das Messer hin, aber seine Frau hielt ihn am Arm fest.
„Wenn es stimmt, was diese Frau behauptet, dann könnte der Mörder noch da sein! Nimm das Messer mit, George.“
Mabel stockte der Atem. Keinen Augenblick hatte sie daran gedacht, dass der Täter sich noch in der Bibliothek aufhalten könnte. Nicht, als sie die Tote entdeckt hatte, und auch nicht, als sie die Polizei gerufen hatte. Jetzt zitterten ihr im Nachhinein die Knie bei dem Gedanken, dass die Person in einer dunklen Ecke gelauert haben könnte.
„Keine Angst, Emma, ich werde vorsichtig sein“, murmelte George und verließ die Küche. Mabel und Emma folgten ihm langsam und mit einigem Abstand.
In der Bibliothek betätigte George den Lichtschalter und die Lampen ließen den großen Raum in hellem Licht erstrahlen. Alles schien ganz normal zu sein, jedes Möbelstück stand an seiner Stelle, und weit und breit war keine Spur von einer Leiche zu sehen.
„Ich verstehe das nicht.“ Verwirrt ging Mabel zum Kamin, vor dem lediglich ein heller, flauschiger Teppich lag. „Hier hat sie gelegen. Genau an dieser Stelle, und sie hatte einen Strick um den Hals.“ Sie sah das Hausmeisterpaar verwundert an. „Es sind doch nur ein paar Minuten vergangen.“
Ärgerlich krauste George Penrose die Stirn.
„Kommen Sie wieder mit in die Küche und erklären Sie, was Sie hier zu suchen haben und was Sie mit Ihrem Auftritt bezwecken wollen. Sie sehen ja selbst, hier gibt es keine Leiche. Hat auch nie eine gegeben …“
Das Hausmeisterpaar verließ den Raum, und Mabel blieb nichts anderes übrig, als ihnen zu folgen. Sie begann, an ihrem Verstand zu zweifeln, denn sie hatte die Tote nicht nur gesehen, sondern auch gefühlt. Es konnte doch keine Sinnestäuschung gewesen sein.

