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Vereinigung deutschsprachiger Liebesromanautoren

die treue des highlanders


Bei Dreharbeiten in Schottland wird die junge hübsche Schauspielerin in merkwürdige Geschehnisse verwickelt und plötzlich findet sie sich im 16. Jahrhundert wieder. An der Seite des attraktiven und stolzen Highlanders Duncan versucht sie in den Lauf der Geschichte einzugreifen, um das Leben von Maria Stuart, Königin von Schottland, zu retten. Dabei gerät sie selbst in Gefahr, und es bleibt ihr nichts anderes übrig, als in die Gegenwart zurückzukehren. Aber wird sie Duncan vergessen können?





LESEPROBE


Auszug aus dem 2. Kapitel:

Im Schein der hoch lodernden Flammen sah Anna, wie er die Stirn runzelte. Dabei fiel ihr auf, dass der Umhang aus kariertem Stoff und einem schottischen Plaid recht ähnlich war. Auch trug der Mann keine Hosen, sondern hatte sich ein ähnliches Plaid um die Hüften geschlungen, und seine Unterschenkel waren nackt. Die Füße steckten in seltsamen Schlupfschuhen, wie Anna nie zuvor welche gesehen hatte.

Er musterte sie von oben bis unten recht unverschämt, wie Anna fand, und in ihr regte sich wieder Angst. Sie war schließlich mit diesem bulligen Kerl ganz allein und würde rein körperlich gar nichts gegen ihn ausrichten können.

»Ihr seid offenbar nicht aus der Gegend, sonst würdet Ihr mich kennen. Auch verrät Eure Sprache, dass Ihr keine Schottin seid.«

»Mein Name ist Anna Wheeler, und ich komme aus London«, gab Anna bereitwillig Auskunft. Es war sicher besser, mit dem Fremden eine normale Unterhaltung zu führen.

»Lady Anna oder Misstress?«

Anna lächelte über die altertümliche Ausdrucksweise, aber sie hatte bereits festgestellt, dass die Einwohner in den Highlands ihrer Zeit oft Jahrzehnte hinterherhinkten.

»Misstress, wenn Sie es so ausdrücken möchten.«

»Und wie kommt eine unverheiratete Frau aus England mitten in der Nacht alleine in diese Gegend? Was macht Ihr überhaupt in Schottland und wo ist Eure Familie?«

Nun wurde es Anna aber doch zu bunt. Was ging das alles den Mann an? Sie verschränkte die Arme vor der Brust und trat ihm einen Schritt entgegen.

»Sie wissen jetzt, wer ich bin und woher ich komme. Vielleicht wären Sie jetzt so freundlich, mir zu verraten, mit wem ich es zu tun habe?«

Der Mann straffte die Schultern und richtete sich zu seiner vollen Größe auf. Unwillkürlich fühlte sich Anna klein und unbedeutend, denn sein Kopf stieß beinahe an die Decke der Hütte.

»Ich bin Duncan Cruachan, der Laird von Glenmalloch.«

»Glenmalloch? Aus dem entzückenden kleinen Dorf hier in der Nähe? Welch ein Zufall, ich habe dort nämlich ein Haus gemietet.«

Duncan zog verächtlich die Luft zwischen die Zähne.

»In diesen armseligen Unterkünften haust Ihr? Wie erbärmlich! Aber Ihr habt mir immer noch nicht erklärt, wie Ihr in diese Hütte gekommen seid.«

»Ich sagte bereits, mein Wagen hatte eine Panne. Außerdem geht es Sie nichts an, warum und wieso ich in dieser Gegend bin«, entgegnete Anna schärfer als beabsichtigt, aber die Ausdrucksweise des Mannes, und mochte er hundert Mal ein Laird sein, brachte sie langsam aber sicher auf die Palme. Wahrscheinlich war er so ein arroganter Großgrundbesitzer, der noch nicht mitbekommen hatte, dass die Monarchie in Großbritannien nur noch ein schöner Schein war, aber keinerlei Machtbefugnisse mehr hatte.

»Ob mich das etwas angeht? Misstress Anna, Ihr befindet Euch auf meinem Grund und Boden, und mich gehen alle Fremden etwas an, die unbefugt in meinen Besitz eindringen!«

»Oh, ich wusste nicht, dass das hier Privatbesitz ist«, sagte Anna nun etwas milder gestimmt. »Ich habe kein diesbezügliches Schild gesehen und dachte, es handle sich hier um eine frei zugängliche Wanderhütte. Es tut mir Leid, dass mein Wagen ausgerechnet auf Ihrem Besitz eine Panne hat. Wollen Sie mich jetzt etwa wieder in die Nacht hinausjagen?«

Der Bart des Mannes zuckte, und Anna vermutete, dass er wohl lächelte, denn seine Lippen konnte sie nicht erkennen.

»Selbstverständlich nicht! Ein Laird von Glenmalloch steht einer Dame in Not bei, mögen Eure Gründe, warum Ihr Euch in Schottland aufhaltet, auch noch so zweifelhaft sein. Heute Nacht seid Ihr in meiner Obhut sicher, und morgen geleite ich Euch zu Eurer Familie zurück.«

Anna kicherte, ihr gefielen seine Worte. Sie klangen nach Ritterlichkeit, etwas, von dem die meisten Männer, Bruce eingeschlossen, nicht einmal wussten, wie man es buchstabierte.




Rebecca Michéle

Rebecca Michele - Die Treue des Highländers
Weltbild, Januar 2009
Taschenbuch
ISBN: 978-3-86800111-2


Rebecca Michele - Die Treue des Highländers
Area Verlag September 2007
gebundene Ausgabe
ISBN 978-3-937670-33-1
(vergriffen)


Rebecca Michele - Die Treue des Highländers
Originalausgabe
Weltbild Verlag September 2006
gebundene Ausgabe
Sammleredition »Highlander Sagas«
(vergriffen)



Originalausgabe: Weltbild
September 2006
Genre: Zeitreiseroman
Zeit: Gegenwart & 16. Jahrhundert
Handlungsort: Schottland