Frauenheld Roland Burger stirbt
während des ersten, spannenden Telefonats mit einer Interneteroberung
an einem vergifteten Stück Nuss-Sahne-Torte.
Der Fall, dessen Lösung auf der Hand zu liegen scheint, stellt Hauptkommissarin Hanna Winter und ihren Kollegen, Kommissar Bernd Keller, jedoch vor ein unerwartetes Problem.
Währenddessen setzt sich Hannas halbwüchsiger Sohn Julian in den Kopf, kriminellen Elementen aus seiner Schule das Handwerk zu legen - natürlich ohne seiner Mutter etwas davon zu sagen …
Und das Internet ist allgegenwärtig …
»Na, da sind sie ja, die Herrschaften von der Mordkommission; Frau Winter trägt wie immer ihre vornehme Blässe zur Schau, wenn sie mich besucht, während Herr Keller heute den Eindruck eines Felsens in der Brandung macht.« Er beugte sich in konspirativer Manier nach vorne, um in gedämpftem Tonfall fortzufahren: »Hat sich in Ihrem Leben vielleicht ganz unerwartet etwas verändert, Kommissar Keller? Sie wirken so frisch und gefestigt«, der Pathologe grinste frech und schaute auffordernd von einem zum anderen, als ob er sich auf einen verbalen Schlagabtausch vorbereitete.
»Sie reden ja geradezu wie ein Astrologe, Dr. Brandenburg, aber vielleicht versuche ich es auch mal: Spielen sie neuerdings Golf?«, Hanna war es gelungen einen verblüfften Ausdruck in seinem Gesicht hervorzurufen, und Bernd nutzte den Moment der Verwunderung, indem er rasch nachschob: »Und das, was die rechte Brustasche Ihres Kittels so ausbeult, ist das diesmal Fleischwurst oder Käse?«, er kniff demonstrativ die Augen zusammen, als ob er so besser nachdenken könnte. »Nein, warten Sie, sagen Sie’s nicht, es ist … ein dickes Stück Kochschinken, wir wollen doch sicher auch bei den Leichenfarben bleiben, nicht wahr? Alles andere passt ja auch nicht hierher.«
Dem Pathologen blieb die Luft weg. »Touché - getroffen, ich gebe mich geschlagen.« Er deutete eine Verbeugung an, »und hier ist auch gleich die Auflösung; nein, ich spiele nicht Golf, die Hose habe ich mir in einem Anfall von modischem Übermut gekauft - um auf ihren erstaunten Blick zu antworten, Frau Hauptkommissarin - und es befindet sich tatsächlich ein blass-rosa schimmerndes Stück Kochschinken in meiner Brusttasche, auf dessen Verzehr ich mich schon freue.« Brandenburg machte eine Pause bevor er fortfuhr: »Aber ich darf Sie doch bitten, Herr Keller, meine Leichen sehen doch nicht blass-rosa aus, wie zarte Babyhaut, sondern eher wie gelbe, alte Käse, so, wie Sie es zuerst ganz richtig beschrieben haben,« er kicherte und weidete sich ob seiner Beschreibung an den spontan angewiderten Mienen seiner beiden Besucher. »Und? Kann ich sonst noch irgendetwas für Sie beide tun?« Dr. Brandenburg grinste von einem Ohr zum anderen.
Hanna, die gerade gegen eine neue Übelkeitswelle ankämpfte, sah Bernd Hilfe suchend an.
»Ähh, ja sicher, Herr Doktor Franken … äh, Brandenburg«, Bernd feixte, während Hanna sich einem Hustenanfall auslieferte, »wir sind, wie Sie sich sicher denken können, hier, um etwas über die Todesursache von Roland Burger zu erfahren.« Bernds Stimme hatte im letzten Teil des Satzes einen überaus höflichen Tonfall angenommen.
»Na ja«, der Pathologe maß Bernd Keller mit einem amüsierten Blick und räusperte sich, »dann will ich Ihren Versprecher mal zu den Akten legen, wenn Sie mich so gezielt fragen. Ja, Roland Burger ist, wie ich schon vermutet habe, an Gift gestorben. Eisenhut, um genau zu sein.«
»Sie meinen die ganz normale, schöne Gartenpflanze, die ein bisschen so aussieht wie Rittersporn?«, fragte Hanna ein wenig atemlos, nachdem sie sich etwas erholt hatte.
»Genau die meine ich. Die tödliche Dosis liegt für Erwachsene bei drei bis sechs Milligramm, und giftig sind - praktischerweise für den Mörder - alle Pflanzenteile.« Dr. Brandenburg machte eine kunstvolle Pause, bevor er fortfuhr: »Sie ahnen, dass das Gift tatsächlich in der Torte war, und zwar in der überaus üppigen Einlage, die aus diesen leckeren, mit Nuss-Nougat gefüllten Kugeln, die man erst aus dem Goldpapier auswickeln muss, bestand.«
»Wirklich? Das ist ja raffiniert«, Bernd zog erstaunt die Augenbrauen in die Höhe …
Der Fall, dessen Lösung auf der Hand zu liegen scheint, stellt Hauptkommissarin Hanna Winter und ihren Kollegen, Kommissar Bernd Keller, jedoch vor ein unerwartetes Problem.
Währenddessen setzt sich Hannas halbwüchsiger Sohn Julian in den Kopf, kriminellen Elementen aus seiner Schule das Handwerk zu legen - natürlich ohne seiner Mutter etwas davon zu sagen …
Und das Internet ist allgegenwärtig …
LESEPROBE
»Na, da sind sie ja, die Herrschaften von der Mordkommission; Frau Winter trägt wie immer ihre vornehme Blässe zur Schau, wenn sie mich besucht, während Herr Keller heute den Eindruck eines Felsens in der Brandung macht.« Er beugte sich in konspirativer Manier nach vorne, um in gedämpftem Tonfall fortzufahren: »Hat sich in Ihrem Leben vielleicht ganz unerwartet etwas verändert, Kommissar Keller? Sie wirken so frisch und gefestigt«, der Pathologe grinste frech und schaute auffordernd von einem zum anderen, als ob er sich auf einen verbalen Schlagabtausch vorbereitete.
»Sie reden ja geradezu wie ein Astrologe, Dr. Brandenburg, aber vielleicht versuche ich es auch mal: Spielen sie neuerdings Golf?«, Hanna war es gelungen einen verblüfften Ausdruck in seinem Gesicht hervorzurufen, und Bernd nutzte den Moment der Verwunderung, indem er rasch nachschob: »Und das, was die rechte Brustasche Ihres Kittels so ausbeult, ist das diesmal Fleischwurst oder Käse?«, er kniff demonstrativ die Augen zusammen, als ob er so besser nachdenken könnte. »Nein, warten Sie, sagen Sie’s nicht, es ist … ein dickes Stück Kochschinken, wir wollen doch sicher auch bei den Leichenfarben bleiben, nicht wahr? Alles andere passt ja auch nicht hierher.«
Dem Pathologen blieb die Luft weg. »Touché - getroffen, ich gebe mich geschlagen.« Er deutete eine Verbeugung an, »und hier ist auch gleich die Auflösung; nein, ich spiele nicht Golf, die Hose habe ich mir in einem Anfall von modischem Übermut gekauft - um auf ihren erstaunten Blick zu antworten, Frau Hauptkommissarin - und es befindet sich tatsächlich ein blass-rosa schimmerndes Stück Kochschinken in meiner Brusttasche, auf dessen Verzehr ich mich schon freue.« Brandenburg machte eine Pause bevor er fortfuhr: »Aber ich darf Sie doch bitten, Herr Keller, meine Leichen sehen doch nicht blass-rosa aus, wie zarte Babyhaut, sondern eher wie gelbe, alte Käse, so, wie Sie es zuerst ganz richtig beschrieben haben,« er kicherte und weidete sich ob seiner Beschreibung an den spontan angewiderten Mienen seiner beiden Besucher. »Und? Kann ich sonst noch irgendetwas für Sie beide tun?« Dr. Brandenburg grinste von einem Ohr zum anderen.
Hanna, die gerade gegen eine neue Übelkeitswelle ankämpfte, sah Bernd Hilfe suchend an.
»Ähh, ja sicher, Herr Doktor Franken … äh, Brandenburg«, Bernd feixte, während Hanna sich einem Hustenanfall auslieferte, »wir sind, wie Sie sich sicher denken können, hier, um etwas über die Todesursache von Roland Burger zu erfahren.« Bernds Stimme hatte im letzten Teil des Satzes einen überaus höflichen Tonfall angenommen.
»Na ja«, der Pathologe maß Bernd Keller mit einem amüsierten Blick und räusperte sich, »dann will ich Ihren Versprecher mal zu den Akten legen, wenn Sie mich so gezielt fragen. Ja, Roland Burger ist, wie ich schon vermutet habe, an Gift gestorben. Eisenhut, um genau zu sein.«
»Sie meinen die ganz normale, schöne Gartenpflanze, die ein bisschen so aussieht wie Rittersporn?«, fragte Hanna ein wenig atemlos, nachdem sie sich etwas erholt hatte.
»Genau die meine ich. Die tödliche Dosis liegt für Erwachsene bei drei bis sechs Milligramm, und giftig sind - praktischerweise für den Mörder - alle Pflanzenteile.« Dr. Brandenburg machte eine kunstvolle Pause, bevor er fortfuhr: »Sie ahnen, dass das Gift tatsächlich in der Torte war, und zwar in der überaus üppigen Einlage, die aus diesen leckeren, mit Nuss-Nougat gefüllten Kugeln, die man erst aus dem Goldpapier auswickeln muss, bestand.«
»Wirklich? Das ist ja raffiniert«, Bernd zog erstaunt die Augenbrauen in die Höhe …


