Kurz nach ihrem dreizehnten
Geburtstag erfährt Laura, dass sie die Tochter einer Magierin ist und
von einem Tag zum anderen verändert sich ihr ganzes Leben. Unglaubliche
Abenteuer warten auf sie, Abenteuer, die sie nur mit Hilfe ihrer beiden
Freundinnen Lea und Lotta bestehen kann. Nun bekommen ihre seltsamen
Träume, die sie seit frühester Kindheit plagen, einen Sinn und sie weiß
mit einem Mal auch, weshalb sie Winde und Stürme hervorrufen kann, eine
Eigenschaft, die ihr eines Tages das Leben retten wird.
Aber können Laura und ihre Freundinnen es wirklich schaffen, den geheimnisvollen Zauberstab zu finden und vor dem bösen Kallator in Sicherheit zu bringen, um ihn auf dem alle 13 Jahre stattfindenden Hexenkongress den rechtmäßigen Besitzerinnen zu übergeben? Und was hat es mit dieser geheimnisvollen Truhe auf sich und dem magischen Stein? Alles Fragen, die auf eine Antwort warten...
Übersetzung: »Sturmwind« wurde 2002 ins Chinesische übersetzt.
Auszeichnungen: »Sturmwind – Die Tochter der Magierin« wurde 2002 als bestes Kinderbuch mit der Kalbacher Klapperschlange ausgezeichnet und auch ins Chinesische übersetzt.
Für jedes über den Verlag und im Buchhandel verkaufte Exemplar geht 1 Euro an die Kindernothilfe.
"Ich muss ruhig werden", flüsterte sie. "Ich muss ruhig werden und mich auf meine Mutter besinnen. Sie ist diesen Weg damals oft mit mir gegangen."
Laura schloss die Augen. Leicht begann der Wind durch die Bäume und Sträucher zu wehen. Lea und Lotta saßen still auf einem Stein und lauschten dem Rascheln der Büsche und Äste. Der Wind streichelte sanft über ihre Gesichter. Eine tiefe Ruhe ging von Laura aus und es dauerte nicht lange, bis vor ihr das Bild einer großen, sich im Wind wiegenden Trauerweide erschien. Der Wind umwehte den Baum und Laura hörte eine Stimme.
"Du musst durch die Nebel der Aba Waguch gehen. Durch die Nebel der Aba Waguch", hallte die Stimme immer wieder, bis sie kaum noch zu hören war. Dann war alles still. Ein Lächeln glitt über Lauras Gesicht. Ja, sie würde heute den Weg zu ihrer Großmutter finden. Laura deutete mit der Hand auf eine Gruppe von Bäumen, die abseits einer Waldlichtung standen.
"In diese Richtung", sagte sie selbstbewusst. Sie betrachtete noch einmal die Gesichter der Freundinnen, doch ihre Gedanken behielt sie noch für sich. Wenn sie das Haus der Großmutter gefunden hatte, würde nichts mehr sein wie früher. Während ihr diese Gedanken durch den Kopf gingen, machten sie sich auf den Weg.
Die Baumgruppe war ein ganzes Stück entfernt. Der leicht gefrorene Boden war uneben und glatt. Lotta rutschte einige Male aus und fluchte. Die letzten Tage war es für einen Februarmonat ziemlich warm gewesen, doch ausgerechnet heute war es klirrend kalt. Die Mädchen hatten gerötete Gesichter, aber keine klagte über die plötzliche Kälte und den leichten Nebel, der dicht über dem Boden lag. Sie hielten oft an und sahen sich um. Kalter Wind wehte über die Zweige und streifte ihre Gesichter. Auf den Bäumen lag kein Schnee, doch die Äste waren weiß vom Frost. Auch der Boden war weiß und glänzend, so weit man ihn durch den immer dichter werdenden Nebel sehen konnte.
Endlich erreichten sie die Baumgruppe und nach einer kurzen Pause bahnten sich die Mädchen ihren Weg durch einen kleinen Tannenwald. Diese Strecke war noch mühseliger. Doch je weiter sie vorwärts kamen, umso mehr erinnerte sich Laura daran, diesen Weg schon einmal gegangen zu sein. Geisterhaft kroch der Nebel immer höher und erreichte schon bald die Knie der Mädchen.
"Wenn der Nebel weiter aufsteigt, werden wir wohl kaum den Weg zurück finden", unterbrach Lea das Schweigen und blieb stehen. Sie sah sich um. Die ganze Umgebung wirkte gespenstisch. Die Sonne blinzelte durch die dichten Tannen, die durch den Frost wie Diamanten glitzerten. Nur der Ruf einer Eule und das ferne Plätschern eines Baches unterbrachen die Stille.
"Ich finde es hier ziemlich unheimlich", murmelte Lea.
Laura spürte, dass ihre Freundinnen lieber umkehren wollten, doch sie ließ sich nicht beirren.
"Es kann nicht mehr weit sein", sagte sie schnell und bahnte sich erneut einen Weg durch die weißen Tannen. Laura war nun sicher, dass sie sich in dem immer dichter werdenden Nebel der Aba Waguch befand. Lea schaute zu Lotta, doch die zuckte nur die Schultern. Sie waren schon ein ganzes Stück vorwärts gekommen, als Laura immer wieder stehen blieb. Anfangs fiel es ihr leicht, sich an alles zu erinnern, doch auf einmal wurde sie unsicher. War sie wirklich noch auf dem richtigen Weg?
"Lass uns zurückgehen", mahnte Lotta, der es bei der gespenstisch wirkenden Umgebung auch langsam mulmig wurde. Doch Laura konnte sich dazu nicht entschließen. Und während die Abendsonne den Himmel sanft zu röten begann, hüllte der Nebel die Mädchen immer weiter ein. Bald sahen sie nicht einmal mehr die Hand vor Augen. Während ihre Freundinnen sich ängstlich an den Händen hielten, wurde Laura wieder zuversichtlicher. Im dichten Nebel der Aba Waguch würde sie den Weg finden. Nichts würde sie mehr ablenken und sie konnte ganz auf ihre Gefühle vertrauen.
Sie umschloss die Hände der Freundinnen und führte sie sicher durch den Wald. Trotz des dichten Nebels stolperte keine in der aufkommenden Dunkelheit über eine Wurzel oder verletzte sich an einem Zweig. Es schien fast so, als schütze sie der dichte Schleier vor jedem unbedachten Schritt. Nach kürzester Zeit zerstreute sich der Dunst und die Sicht wurde wieder klar. Die Mädchen sahen sich erstaunt um. Sie befanden sich an einem Hang und unter ihnen im Tal, in der Nähe des Baches, stand die große, mächtige Trauerweide. Ihre Zweige bogen sich im Wind. Direkt daneben war ein kleines, hell erleuchtetes Haus.
Laura atmete tief durch. Sie schloss die Augen und sofort wehte der Wind so kräftig, dass die Haare der Mädchen wild im Sturm flatterten. Laura fühlte sich wie berauscht. Dort unten stand das Haus ihrer Großmutter und endlich würden sie sich wieder sehen. Wie von Sinnen rannte sie den Hang hinab. Jetzt, da sie ihrem Ziel so nahe war, konnte sie einfach nicht mehr länger warten. Völlig außer Atem kam sie an der Eingangstür an. Zitternd lehnte sie den Kopf an die Wand und wartete auf ihre Freundinnen. Sie hatte plötzlich das Gefühl, als käme sie zu spät.
Aber können Laura und ihre Freundinnen es wirklich schaffen, den geheimnisvollen Zauberstab zu finden und vor dem bösen Kallator in Sicherheit zu bringen, um ihn auf dem alle 13 Jahre stattfindenden Hexenkongress den rechtmäßigen Besitzerinnen zu übergeben? Und was hat es mit dieser geheimnisvollen Truhe auf sich und dem magischen Stein? Alles Fragen, die auf eine Antwort warten...
Übersetzung: »Sturmwind« wurde 2002 ins Chinesische übersetzt.
Auszeichnungen: »Sturmwind – Die Tochter der Magierin« wurde 2002 als bestes Kinderbuch mit der Kalbacher Klapperschlange ausgezeichnet und auch ins Chinesische übersetzt.
Für jedes über den Verlag und im Buchhandel verkaufte Exemplar geht 1 Euro an die Kindernothilfe.
LESEPROBE
"Ich muss ruhig werden", flüsterte sie. "Ich muss ruhig werden und mich auf meine Mutter besinnen. Sie ist diesen Weg damals oft mit mir gegangen."
Laura schloss die Augen. Leicht begann der Wind durch die Bäume und Sträucher zu wehen. Lea und Lotta saßen still auf einem Stein und lauschten dem Rascheln der Büsche und Äste. Der Wind streichelte sanft über ihre Gesichter. Eine tiefe Ruhe ging von Laura aus und es dauerte nicht lange, bis vor ihr das Bild einer großen, sich im Wind wiegenden Trauerweide erschien. Der Wind umwehte den Baum und Laura hörte eine Stimme.
"Du musst durch die Nebel der Aba Waguch gehen. Durch die Nebel der Aba Waguch", hallte die Stimme immer wieder, bis sie kaum noch zu hören war. Dann war alles still. Ein Lächeln glitt über Lauras Gesicht. Ja, sie würde heute den Weg zu ihrer Großmutter finden. Laura deutete mit der Hand auf eine Gruppe von Bäumen, die abseits einer Waldlichtung standen.
"In diese Richtung", sagte sie selbstbewusst. Sie betrachtete noch einmal die Gesichter der Freundinnen, doch ihre Gedanken behielt sie noch für sich. Wenn sie das Haus der Großmutter gefunden hatte, würde nichts mehr sein wie früher. Während ihr diese Gedanken durch den Kopf gingen, machten sie sich auf den Weg.
Die Baumgruppe war ein ganzes Stück entfernt. Der leicht gefrorene Boden war uneben und glatt. Lotta rutschte einige Male aus und fluchte. Die letzten Tage war es für einen Februarmonat ziemlich warm gewesen, doch ausgerechnet heute war es klirrend kalt. Die Mädchen hatten gerötete Gesichter, aber keine klagte über die plötzliche Kälte und den leichten Nebel, der dicht über dem Boden lag. Sie hielten oft an und sahen sich um. Kalter Wind wehte über die Zweige und streifte ihre Gesichter. Auf den Bäumen lag kein Schnee, doch die Äste waren weiß vom Frost. Auch der Boden war weiß und glänzend, so weit man ihn durch den immer dichter werdenden Nebel sehen konnte.
Endlich erreichten sie die Baumgruppe und nach einer kurzen Pause bahnten sich die Mädchen ihren Weg durch einen kleinen Tannenwald. Diese Strecke war noch mühseliger. Doch je weiter sie vorwärts kamen, umso mehr erinnerte sich Laura daran, diesen Weg schon einmal gegangen zu sein. Geisterhaft kroch der Nebel immer höher und erreichte schon bald die Knie der Mädchen.
"Wenn der Nebel weiter aufsteigt, werden wir wohl kaum den Weg zurück finden", unterbrach Lea das Schweigen und blieb stehen. Sie sah sich um. Die ganze Umgebung wirkte gespenstisch. Die Sonne blinzelte durch die dichten Tannen, die durch den Frost wie Diamanten glitzerten. Nur der Ruf einer Eule und das ferne Plätschern eines Baches unterbrachen die Stille.
"Ich finde es hier ziemlich unheimlich", murmelte Lea.
Laura spürte, dass ihre Freundinnen lieber umkehren wollten, doch sie ließ sich nicht beirren.
"Es kann nicht mehr weit sein", sagte sie schnell und bahnte sich erneut einen Weg durch die weißen Tannen. Laura war nun sicher, dass sie sich in dem immer dichter werdenden Nebel der Aba Waguch befand. Lea schaute zu Lotta, doch die zuckte nur die Schultern. Sie waren schon ein ganzes Stück vorwärts gekommen, als Laura immer wieder stehen blieb. Anfangs fiel es ihr leicht, sich an alles zu erinnern, doch auf einmal wurde sie unsicher. War sie wirklich noch auf dem richtigen Weg?
"Lass uns zurückgehen", mahnte Lotta, der es bei der gespenstisch wirkenden Umgebung auch langsam mulmig wurde. Doch Laura konnte sich dazu nicht entschließen. Und während die Abendsonne den Himmel sanft zu röten begann, hüllte der Nebel die Mädchen immer weiter ein. Bald sahen sie nicht einmal mehr die Hand vor Augen. Während ihre Freundinnen sich ängstlich an den Händen hielten, wurde Laura wieder zuversichtlicher. Im dichten Nebel der Aba Waguch würde sie den Weg finden. Nichts würde sie mehr ablenken und sie konnte ganz auf ihre Gefühle vertrauen.
Sie umschloss die Hände der Freundinnen und führte sie sicher durch den Wald. Trotz des dichten Nebels stolperte keine in der aufkommenden Dunkelheit über eine Wurzel oder verletzte sich an einem Zweig. Es schien fast so, als schütze sie der dichte Schleier vor jedem unbedachten Schritt. Nach kürzester Zeit zerstreute sich der Dunst und die Sicht wurde wieder klar. Die Mädchen sahen sich erstaunt um. Sie befanden sich an einem Hang und unter ihnen im Tal, in der Nähe des Baches, stand die große, mächtige Trauerweide. Ihre Zweige bogen sich im Wind. Direkt daneben war ein kleines, hell erleuchtetes Haus.
Laura atmete tief durch. Sie schloss die Augen und sofort wehte der Wind so kräftig, dass die Haare der Mädchen wild im Sturm flatterten. Laura fühlte sich wie berauscht. Dort unten stand das Haus ihrer Großmutter und endlich würden sie sich wieder sehen. Wie von Sinnen rannte sie den Hang hinab. Jetzt, da sie ihrem Ziel so nahe war, konnte sie einfach nicht mehr länger warten. Völlig außer Atem kam sie an der Eingangstür an. Zitternd lehnte sie den Kopf an die Wand und wartete auf ihre Freundinnen. Sie hatte plötzlich das Gefühl, als käme sie zu spät.




