Nach dem Überfall von Ognam und
seinen Kriegern muss Königin Eleon schmerzhaft feststellen, dass ein
Frieden zwischen Solaras und Katrakan nicht so leicht zu erreichen ist,
wie sie sich das vorgestellt hat. Sie sucht einen neuen Weg, den ihr
Vater gefürchtet hat, um den Frieden für das Reich zu sichern:
Bündnisse mit ihren Nachbarreichen, die ebenfalls von Katrakan bedroht
und angegriffen werden. Doch bevor Königin Eleon sich mit ihren fünf
Hütern und einer Eskorte auf den Weg zu König Markusch aus dem Reich
Küralon macht, beauftragt sie die 5. Hüterin Tamega sich auf die Suche
nach dem alten Symbol von Solaras zu machen. Eleon setzt alle Hoffnung
darauf, dass dieses dem Reich Frieden bringt. Während sich Tamega, die
Hexe, in Trance versetzt, um sich auf eine innere Reise zum alten
Symbol zu begeben, wird sie von einem schwarzen Nebel umgeben und
nieder gedrückt. Schwer atmend und vollkommen erschöpft wird sie von
den anderen Hütern in ihrem Zelt gefunden.
© publicamus auditis Verlag GmbH & Co. KG
Tamega riss sich von dem wundervollen Anblick los und griff in ihre Rocktasche. Ihre Kristallkugel ruhte kühl in ihrer Hand und sie konzentrierte sich auf das Innere der Kugel. Doch nur die Felsen über ihr und das sanfte Abendlicht des Sonnenuntergangs spiegelten sich darin. Tamega versank in Trance und endlich verwandelte sich das Bild. Sie sah in der Kugel einen unterirdischen Saal und ließ sich ganz auf das Geschehen ein, das sich direkt vor ihren Augen abspielte. Plötzlich befand sie sich selbst in diesem unterirdischen Gewölbe und fühlte körperlich, wie sie sich vorwärtsbewegte und ihre Beine mit jedem Schritt schwerer wurden. Dichter, schwarzer Nebel umgab sie und sie konnte kaum die Hand vor Augen erkennen. Tamega schritt tapfer vorwärts, doch je weiter sie vordrang, desto dichter umhüllte sie der Nebel wie eine schwarze Nacht. Ihr Herz schlug hart und schnell und mit jedem Schritt, den sie tiefer in die Dunkelheit hineinging, wurde auch ihr Herz schwerer. Sie konnte dieses Gefühl kaum mehr ertragen. Es kostete sie große Überwindung weiterzugehen, denn die Last auf ihrem Herzen drohte, sie niederzudrücken. Tamega fühlte, dass sich das Symbol des alten Ordens dicht vor ihr befand. Plötzlich fühlte sie Hände über sich. Zuerst zwei, dann vier, dann sechs Hände, die sich wie schützend vor dem Symbol aufbauten und aus deren Handflächen heftige Ströme flossen, die ihr den Atem raubten. Tamega bekam keine Luft mehr. Der Schleier verdichtete sich und sie fühlte zum ersten Mal in ihrem Leben Todesangst.
„Kehr um“, hörte sie eine weibliche Stimme, doch die Hexe wagte sich weiter vor. Schweiß perlte auf ihrer Stirn und ihr Puls jagte. „Kehr um“, hörte sie die Stimme wieder.
„Wer seid ihr?“, rief Tamega. Sie konnte die Beklemmung in ihrer Brust kaum noch ertragen.
„Kehr um, bevor es zu spät ist und wir dich vernichten“, befahl die Stimme ein drittes Mal. Tamega benötigte all ihre Willenskraft für einen weiteren Schritt. In diesem Augenblick verdichtete sich der schwarze Nebel in heftige Wirbel und drohte sie zu ersticken. Tamega wollte schreien, doch sie konnte nicht. Die Wirbel drückten sie nach unten, sie war gefangen in einem entsetzlichen Sturm. Sie wehrte sich verzweifelt und mit aller Kraft, doch ohne Erfolg. Entsetzt riss sie die Augen auf. Und in diesem Moment öffnete sich für den Bruchteil einer Sekunde der Schleier. Tamega sah einen schwarzen Diamanten von eigenartigem Schliff. Sie wollte danach greifen, doch der Sturm riss sie mit sich fort. Das Herz klopfte in ihrer Brust bis hinauf in den Hals und sie hatte das Empfinden, als würde es gleich zerspringen. Tamega wehrte sich verzweifelt, doch ihre Kraft ließ weiter nach. Sie fühlte den schwarzen Nebel, der sie umgab, sah die Wirbel um sich tosen, dann brach sie ohnmächtig zusammen.
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LESEPROBE
Tamega riss sich von dem wundervollen Anblick los und griff in ihre Rocktasche. Ihre Kristallkugel ruhte kühl in ihrer Hand und sie konzentrierte sich auf das Innere der Kugel. Doch nur die Felsen über ihr und das sanfte Abendlicht des Sonnenuntergangs spiegelten sich darin. Tamega versank in Trance und endlich verwandelte sich das Bild. Sie sah in der Kugel einen unterirdischen Saal und ließ sich ganz auf das Geschehen ein, das sich direkt vor ihren Augen abspielte. Plötzlich befand sie sich selbst in diesem unterirdischen Gewölbe und fühlte körperlich, wie sie sich vorwärtsbewegte und ihre Beine mit jedem Schritt schwerer wurden. Dichter, schwarzer Nebel umgab sie und sie konnte kaum die Hand vor Augen erkennen. Tamega schritt tapfer vorwärts, doch je weiter sie vordrang, desto dichter umhüllte sie der Nebel wie eine schwarze Nacht. Ihr Herz schlug hart und schnell und mit jedem Schritt, den sie tiefer in die Dunkelheit hineinging, wurde auch ihr Herz schwerer. Sie konnte dieses Gefühl kaum mehr ertragen. Es kostete sie große Überwindung weiterzugehen, denn die Last auf ihrem Herzen drohte, sie niederzudrücken. Tamega fühlte, dass sich das Symbol des alten Ordens dicht vor ihr befand. Plötzlich fühlte sie Hände über sich. Zuerst zwei, dann vier, dann sechs Hände, die sich wie schützend vor dem Symbol aufbauten und aus deren Handflächen heftige Ströme flossen, die ihr den Atem raubten. Tamega bekam keine Luft mehr. Der Schleier verdichtete sich und sie fühlte zum ersten Mal in ihrem Leben Todesangst.
„Kehr um“, hörte sie eine weibliche Stimme, doch die Hexe wagte sich weiter vor. Schweiß perlte auf ihrer Stirn und ihr Puls jagte. „Kehr um“, hörte sie die Stimme wieder.
„Wer seid ihr?“, rief Tamega. Sie konnte die Beklemmung in ihrer Brust kaum noch ertragen.
„Kehr um, bevor es zu spät ist und wir dich vernichten“, befahl die Stimme ein drittes Mal. Tamega benötigte all ihre Willenskraft für einen weiteren Schritt. In diesem Augenblick verdichtete sich der schwarze Nebel in heftige Wirbel und drohte sie zu ersticken. Tamega wollte schreien, doch sie konnte nicht. Die Wirbel drückten sie nach unten, sie war gefangen in einem entsetzlichen Sturm. Sie wehrte sich verzweifelt und mit aller Kraft, doch ohne Erfolg. Entsetzt riss sie die Augen auf. Und in diesem Moment öffnete sich für den Bruchteil einer Sekunde der Schleier. Tamega sah einen schwarzen Diamanten von eigenartigem Schliff. Sie wollte danach greifen, doch der Sturm riss sie mit sich fort. Das Herz klopfte in ihrer Brust bis hinauf in den Hals und sie hatte das Empfinden, als würde es gleich zerspringen. Tamega wehrte sich verzweifelt, doch ihre Kraft ließ weiter nach. Sie fühlte den schwarzen Nebel, der sie umgab, sah die Wirbel um sich tosen, dann brach sie ohnmächtig zusammen.


