Zwei Freundinnen auf dem Weg
nach Italien. So verschieden die beiden sind, so unterschiedlich sind
ihre Gründe für diese Reise: Lisa flüchtet vor ihrem despotischen
Vater, der sie in eine Ehe drängen will, Maren will ihrem lieblosen
Ehemann entkommen.
Die Reise über Venedig und Riccione in die Toskana wird für die beiden Frauen auch eine Reise zu sich selbst. Ausgerechnet im schönen Florenz geraten sie in Streit. Für Lisa hat das verhängnisvolle Folgen. Obwohl sie gerade der Liebe ihres Lebens begegnet ist, stehen die Chancen für ein Happy End alles andere als gut.
Paolo Pitti, Anwalt in Florenz, hat sich in einen gefährlichen Fall verwickeln lassen und muss zudem mit den schlimmen Folgen einer Gesichtsoperation fertig werden. Da hat er anderes im Sinn, als sich in eine deutsche Touristin zu verlieben. Doch die Liebe geht ihren eigenen Weg.
Sie sah ihn an, und erst jetzt bemerkte er, dass sie fast genauso groß war wie er. Auch das gefiel ihm. Er musste nicht den Blick senken, um ihr in die Augen zu sehen. Diese Augen! Paolo stockte der Atem. Sie waren von einem so klaren Blau, wie er es nur einmal gesehen hatte. Im vergangenen Herbst, als er zum letzten Mal in der Saison mit seinem Segelboot hinaus aufs Meer gefahren war. Marco hatte an jenem Tag keine Zeit für einen gemeinsamen Törn gehabt, und als er weit draußen vor der Küste kreuzte, war Paolo auf einmal froh darüber gewesen. Er hatte es genossen, allein zu sein mit dem schwachen Wind, der die dunstige Flaute des Sommers vergessen ließ, aber noch nicht die kommenden Herbststürme ankündigte. Der Himmel war hell und klar gewesen, und das Meer, sonst von unbestimmter Farbe, hatte dieses seltene, eindeutige Blau besessen, das einem Mann die Sehnsucht ins Herz malen konnte. Sehnsucht nach Ferne, oder Sehnsucht nach Liebe. Erst, als Paolo die Einsamkeit nicht mehr ausgehalten hatte, war er zurückgekehrt.
Wochenlang war ihm dieser Tag im Gedächtnis geblieben, und es hatte ihn traurig gestimmt, als die Erinnerung verblasste. Nun fand er sie plötzlich wieder, die Farbe seiner Sehnsucht, in den Augen einer Frau. Er sah das kurze Aufblitzen darin und schob es auf sein furchteinflößendes Äußeres. Er betete darum, dass sie nicht vor Schreck flüchten würde. Sie rührte sich nicht. Er ließ seinen Blick weiter wandern, nahm die gerade Nase, die breiten Wangenknochen und den vollen Mund in sich auf, bemerkte die blonden Haare, und die kräftige Statur. Alles an dieser Frau ist klar, dachte er. Klar und echt. Da war nichts Falsches, sie verstellte sich nicht, sie spielte kein Spielchen. Erneut schaute er in ihre Augen, versank darin, verlor sich, vergaß die Wirklichkeit und wünschte, dieser Zustand möge ewig anhalten.
Die Reise über Venedig und Riccione in die Toskana wird für die beiden Frauen auch eine Reise zu sich selbst. Ausgerechnet im schönen Florenz geraten sie in Streit. Für Lisa hat das verhängnisvolle Folgen. Obwohl sie gerade der Liebe ihres Lebens begegnet ist, stehen die Chancen für ein Happy End alles andere als gut.
Paolo Pitti, Anwalt in Florenz, hat sich in einen gefährlichen Fall verwickeln lassen und muss zudem mit den schlimmen Folgen einer Gesichtsoperation fertig werden. Da hat er anderes im Sinn, als sich in eine deutsche Touristin zu verlieben. Doch die Liebe geht ihren eigenen Weg.
LESEPROBE
Sie sah ihn an, und erst jetzt bemerkte er, dass sie fast genauso groß war wie er. Auch das gefiel ihm. Er musste nicht den Blick senken, um ihr in die Augen zu sehen. Diese Augen! Paolo stockte der Atem. Sie waren von einem so klaren Blau, wie er es nur einmal gesehen hatte. Im vergangenen Herbst, als er zum letzten Mal in der Saison mit seinem Segelboot hinaus aufs Meer gefahren war. Marco hatte an jenem Tag keine Zeit für einen gemeinsamen Törn gehabt, und als er weit draußen vor der Küste kreuzte, war Paolo auf einmal froh darüber gewesen. Er hatte es genossen, allein zu sein mit dem schwachen Wind, der die dunstige Flaute des Sommers vergessen ließ, aber noch nicht die kommenden Herbststürme ankündigte. Der Himmel war hell und klar gewesen, und das Meer, sonst von unbestimmter Farbe, hatte dieses seltene, eindeutige Blau besessen, das einem Mann die Sehnsucht ins Herz malen konnte. Sehnsucht nach Ferne, oder Sehnsucht nach Liebe. Erst, als Paolo die Einsamkeit nicht mehr ausgehalten hatte, war er zurückgekehrt.
Wochenlang war ihm dieser Tag im Gedächtnis geblieben, und es hatte ihn traurig gestimmt, als die Erinnerung verblasste. Nun fand er sie plötzlich wieder, die Farbe seiner Sehnsucht, in den Augen einer Frau. Er sah das kurze Aufblitzen darin und schob es auf sein furchteinflößendes Äußeres. Er betete darum, dass sie nicht vor Schreck flüchten würde. Sie rührte sich nicht. Er ließ seinen Blick weiter wandern, nahm die gerade Nase, die breiten Wangenknochen und den vollen Mund in sich auf, bemerkte die blonden Haare, und die kräftige Statur. Alles an dieser Frau ist klar, dachte er. Klar und echt. Da war nichts Falsches, sie verstellte sich nicht, sie spielte kein Spielchen. Erneut schaute er in ihre Augen, versank darin, verlor sich, vergaß die Wirklichkeit und wünschte, dieser Zustand möge ewig anhalten.


