Die düsteren Schatten der Französischen
Revolution fallen
auch auf die Idylle des Landschlosses Valfleur. Die schöne,
lebenshungrige
Amélie, Tochter des Schlossherrn und Parlamentsrats Baron d’Emprenvil
gerät in
die Mühlen der Justiz und muss nicht nur um ihr Leben fürchten.
Ausgeliefert dem Schuldenmacher, Dichter und Sekretär des großen
Danton, Fabre
d’Églantine, der sie nur benutzen will, kämpft Amélie verzweifelt um
das
Überleben und den Besitz ihrer Heimat.
LESEPROBE
Amélie, deren Tränen der Wut rasch versiegten, hob den Kopf und sah ihn erstaunt an. In seinen graugrünen Augen lag eine Mischung aus Zärtlichkeit und einem gefährlichen Flimmern, das ihr einen Schauer über den Rücken jagte. Noch bevor sie sich über ihre zwiespältigen Gefühle klar werden konnte, hatte sich de Montalembert über sie gebeugt und begann sanft, doch dann immer leidenschaftlicher, sie auf den Mund zu küssen. Verwirrt spürte sie, dass sie, ohne es zu wollen, seine Küsse erwiderte, während eine seltsame Schwäche von ihr Besitz ergriff. Einem Instinkt gehorchend, riss sie sich plötzlich mit fliegendem Atem und klopfendem Puls los.


