LESEPROBE
Manon
blickte sie an, als erwache sie aus einer anderen Welt und müsse sich
besinnen,
wo sie sich befände. Ihre Augen verschatteten sich. “Ich danke dir,
liebste
Freundin!” Sie fiel Amélie um den Hals und küsste sie. “Gott weiß, was
weiter
mit mir geschehen wird …ich habe dunkle Vorahnungen!” Sie zögerte
leicht. “Und
es gibt da etwas, was ich dir sagen muss …ich kann nicht länger warten!
Es ist
gefährlich, wenn ich es weiter mit mir herumtrage – man könnte es
beschlagnahmen…” “Wovon sprichst du?”, fragte Amélie verwundert und sah
zu, wie
Manon umständlich ein winziges Miniaturmedaillon aus einer kleinen,
eingenähten
Tasche unter ihrer Achselhöhle herausfingerte. “Ein Geheimnis, das du
erst
später erfahren solltest – ich offenbare es dir nur, weil ich fürchte,
ich
könnte sterben – und dann wirst du vielleicht nie die Wahrheit
erfahren!” “Die
Wahrheit! Was meinst du damit?” Amélie sah sie verständnislos an.


