Aus wilder Rache wird
hemmungslose Leidenschaft …
Die eigenwillige Elisabeth Drummond wird vom schottischen König dazu gezwungen, George Douglas, den Erzfeind ihres Clans, zu heiraten. Die junge Frau empfindet abgrundtiefen Hass für ihren unnahbaren Ehemann. Doch dann stellt sich heraus, das George kein anderer ist, als der geheimnisvolle schwarze Ritter, der heldenhaft gegen die Engländer kämpft. Allmählich ändern sich Elisabeths Gefühle: Der alte Rachdurst wird gegen ihren Willen zur brennenden Leidenschaft. Da gerät George in Lebensgefahr …
Lizz warf den Stein in den Fluss. »Sieht er nicht einfach himmlisch aus?« Sie hielt kurz inne. »Glaubst du, Papa wäre mit dieser Verbindung einverstanden?«
Sie errötete bis zu den Zehenspitzen. »Ich meine, falls David um meine Hand anhalten würde?« Margarete lachte ob der plötzlichen Verlegenheit ihrer Schwester leise auf.
»Ich weiß zwar nicht, ob die Flemmings eine vermögende Familie sind, doch sicher wird unser Vater deinem Glück nicht im Wege stehen. Bestimmt heißt er deinen David mit offenen Armen willkommen, wenn du mit ihm glücklich bist.«
»Da hast du Recht«, gestand Lizz erleichtert. Sie setzten sich auf einen kleinen Felsen am Ufer und plauderten gemütlich miteinander. Die Zeit plätscherte dahin, und als ihnen der Gesprächsstoff ausging, hing jede ihren Träumen nach. Lizzys Traum verwandelte sich jedoch bald in einen wahren Albtraum. Immer wieder schwirrte ihr dieser elende Douglas durch den Sinn. Es war wirklich äußerst ärgerlich. Je angestrengter sie versuchte, an David zu denken, desto hartnäckiger drängte sich ihr George Douglas' Gesicht auf. Diese verwirrend zinngrauen Augen …
Seine Blicke vorhin waren ihr nicht entgangen - finster und voller Verachtung, wann immer sich ihre Augen zufällig trafen. Wenn er sich jedoch unbeobachtet geglaubt hatte, waren sie meist nachdenklich auf sie gerichtet gewesen. Nicht dass sie ihm sonderliche Aufmerksamkeit geschenkt hätte … Natürlich würde ihr dies nicht im Traum einfallen. Aber die Art, wie er abseits und ganz allein unter einem Baum gesessen hatte, hatte sie irgendwie berührt. Konnte es möglich sein, dass sich dieser Mann einsam fühlte?
Lizz rief sich sogleich energisch zur Ordnung. Sollte er doch. Von ihr aus durfte er sich hundeelend fühlen!
Plötzlich hörte Lizz das Knacken eines Astes und schreckte hoch. Niemand war zu sehen. Vielleicht war es nur ein Erdhörnchen gewesen. Dennoch blickte sie sich weiter um und horchte angestrengt in den Wald hinein.
»Es ist wohl besser, wir machen uns auf den Rückweg«, erklärte sie Margarete betont unbeschwert. Sie wollte ihre Schwester nicht beunruhigen. Sie hatten sich unbemerkt viel zu weit von den anderen Gästen entfernt. Falls sich hier jemand im Verborgenen hielt, konnte es nicht schaden, den Anschluss an die Gruppe zu suchen.
Erneut hörte sie ein Knacken. Diesmal wesentlich näher!
»Geht weg!«, erklang die wütende Stimme eines Jungen.
»Was war das?«, erkundigte sich Margarete erschrocken und richtete sich kerzengerade auf.
»Ich bin mir nicht sicher«, gestand Lizz leise. Plötzlich sah sie einen kleinen Knaben durch das Unterholz laufen.
»Großer Gott«, rief sie im nächsten Augenblick und glaubte, ihr Herz müsse stehen bleiben. Das Kind wurde von einem Wolf verfolgt!
»Komm hierher, Junge«, rief sie ohne zu zögern und beobachtete mit Entsetzen, wie der Bursche einen Haken schlug und direkt auf sie zurannte. Schwer atmend erreichte er die kleine Lichtung. Beinahe im selben Moment schlich sich das graue, zottige Tier ganz langsam aus dem Wald heraus. Lizz stieß einen erstickten Schrei aus. Mein Gott, war dieses Biest riesig. Ein tiefes Knurren drang aus seiner Kehle und jagte ihr eine Gänsehaut über den Rücken.
»Um Himmels willen«, keuchte Margarete und hielt sich ängstlich am Arm ihrer Schwester fest.
Lizzys Herz hämmerte wie wild. Sollte sie es wagen und um Hilfe schreien oder würde dieses Ungeheuer dann sofort angreifen?
»Da ist noch einer«, rief Margarete panisch, als ein zweites Tier aus dem Dickicht trat.
»Schnell, Junge, komm zu mir«, befahl Lizz und duckte sich langsam nach einem dicken, knorrigen Ast. Dieser war zwar nicht die beste Waffe, doch vielleicht würde es ihr damit gelingen, die Biester für eine Weile fern zu halten.
»Nun komm schon«, wiederholte sie nervös, als sich der Junge nicht von der Stelle rührte.
»Warum?« »Weil ich es sage«, zischte sie zurück. Als der Bursche endlich auf sie zukam, setzten sich auch die beiden Biester in Bewegung. Sie würden das Kind gleich in Stücke reißen! Ohne zu zögern sprang Lizz vor und ließ den Ast surrend durch die Luft sausen. »Verschwindet, ihr hässlichen Biester.«
Augenblicklich besaß sie die ungeteilte Aufmerksamkeit der Tiere. Aus grüngelben Augen starrten sie sie an und ein gefährliches Knurren drang erneut aus ihren Kehlen.
»So wirst du sie bestimmt nicht verjagen«, ließ sich der Junge direkt neben ihr vernehmen. Der kleine Kerl hatte vielleicht Nerven. War das arme Kind so verängstigt, dass es gar nicht begriff, in welcher Gefahr sie alle drei schwebten?
Lizz konnte nicht umhin, den tapferen Jungen zu bewundern. Er mochte kaum mehr als sechs oder sieben Lenze zählen, doch in seinen großen grauen Augen war keine Spur von Furcht zu lesen. Sie hingegen starb fast vor Angst.
»Oh Elizabeth, was sollen wir nur tun?«, jammerte Margarete weinerlich.
Die Tiere kamen langsam und mit geduckten Köpfen näher.
»Schnell, steigt in den Fluss«, befahl Lizz. »Diese Biester werden euch nicht ins Wasser folgen.«
»Ich mag aber nicht.« War dieser Junge vielleicht schwachsinnig? Auch wenn Lizz gerade noch seinen Mut bewundert hatte, so hätte sie ihm jetzt liebend gern die Leviten gelesen.
»Marsch in den Fluss«, fuhr sie ihn streng an. Das leise Aufspritzen von Wasser verriet ihr, dass er endlich gehorchte. Nun war sie selbst an der Reihe. Ganz langsam, ohne die Tiere aus den Augen zu lassen, trat sie Schritt um Schritt rückwärts ins eisige Wasser. 0h Gott, war das kalt. Ihre Beine wurden fast augenblicklich taub.
Margarete schluchzte hilflos hinter ihr. »Sie werden uns fressen.«
Lizz warf einen raschen Blick über ihre Schultern und sah das wachsbleiche Gesicht ihrer Schwester. »Wage es ja nicht, jetzt in Ohnmacht zu fallen. Ich habe wirklich nicht die Zeit, dich aus dem Wasser zu fischen.«
Sie packte den Jungen am Kragen und zog ihn ebenfalls tiefer ins Wasser.
»Mir ist kalt«, murrte dieser verdrießlich. Lizz sah, dass er bereits bis zum Bauch im Wasser stand. »Steig auf meinen Rücken.«
Er tat es ohne Widerrede. Nun sah sich Lizz einem neuen Problem ausgesetzt. Ihr Kleid hatte sich mit Wasser vollgesogen und der schwere Stoff drohte sie mit der starken Strömung mitzuziehen. Sie stemmte sich mit aller Kraft dagegen und sah erleichtert, dass die Tiere ihnen nicht folgten. Sie standen noch immer unschlüssig am Ufer, machten lange Hälse und schnupperten ihnen entgegen - doch sie folgten ihnen nicht. Leider schwand auch Lizzys Hoffnung, dass sie verschwinden würden. Stattdessen machten sie es sich am Ufer gemütlich und warteten.
»So tu doch etwas«, bat Margarete und ihre Zähne schlugen unkontrolliert aufeinander vor Kälte.
Lizz suchte fieberhaft nach einer Lösung, doch der plötzliche Geruch von geräuchertem Fleisch irritierte sie ungemein. Vielleicht verlor sie ja den Verstand? Sie schätzte die Entfernung zum anderen Ufer ab. Zu weit. Auch Hilferufe würden vermutlich nicht viel nutzen, da sie sich ein gutes Stück von den anderen entfernt hatten.
Plötzlich gewahrte sie eine Bewegung im Wald. Im nächsten Augenblick trat George Douglas auf die Lichtung und schaute sie fragend an. Lizz hätte beinahe geweint vor Erleichterung. Sollten diese Biester doch ihn fressen.
»Ist es nicht etwas zu kalt für ein kleines Bad?«, erkundigte er sich freundlich.
Sie hielt noch immer krampfhaft den Ast umklammert und deutete nun damit auf die beiden Ungeheuer.
»Blitz! Donner! Zu mir!« Lizz glaubte ihren Augen und Ohren nicht trauen zu können, als die beiden zottigen Ungetüme lammfromm an die Seite dieses Teufels trotteten.
»Archie, komm aus dem Wasser«, befahl George. »Und ihr kommt besser auch heraus, bevor ihr euch noch den Tod holt.«
Der Junge glitt von Lizzys Rücken und warf ihr einen strafenden Blick zu. »Sie hat mich gezwungen.«
Lizz und Margarete wateten ebenfalls ans Ufer zurück.
»Ich verstehe nicht… Diese Wölfe haben den Jungen durch den Wald gehetzt. Sie wollten ihn töten«, erklärte Lizz verständnislos.
»Lügnerin«, gab der Junge erbost zurück. »Sie wollten mein Brot fressen.«
Fassungslos starrte Lizz auf das zur Hälfte aufgegessene belegte Fleischbrot in seiner Hand. Sie fühlte sich wie der dümmste Mensch auf Gottes weiter Erde.
Die eigenwillige Elisabeth Drummond wird vom schottischen König dazu gezwungen, George Douglas, den Erzfeind ihres Clans, zu heiraten. Die junge Frau empfindet abgrundtiefen Hass für ihren unnahbaren Ehemann. Doch dann stellt sich heraus, das George kein anderer ist, als der geheimnisvolle schwarze Ritter, der heldenhaft gegen die Engländer kämpft. Allmählich ändern sich Elisabeths Gefühle: Der alte Rachdurst wird gegen ihren Willen zur brennenden Leidenschaft. Da gerät George in Lebensgefahr …
LESEPROBE
Lizz warf den Stein in den Fluss. »Sieht er nicht einfach himmlisch aus?« Sie hielt kurz inne. »Glaubst du, Papa wäre mit dieser Verbindung einverstanden?«
Sie errötete bis zu den Zehenspitzen. »Ich meine, falls David um meine Hand anhalten würde?« Margarete lachte ob der plötzlichen Verlegenheit ihrer Schwester leise auf.
»Ich weiß zwar nicht, ob die Flemmings eine vermögende Familie sind, doch sicher wird unser Vater deinem Glück nicht im Wege stehen. Bestimmt heißt er deinen David mit offenen Armen willkommen, wenn du mit ihm glücklich bist.«
»Da hast du Recht«, gestand Lizz erleichtert. Sie setzten sich auf einen kleinen Felsen am Ufer und plauderten gemütlich miteinander. Die Zeit plätscherte dahin, und als ihnen der Gesprächsstoff ausging, hing jede ihren Träumen nach. Lizzys Traum verwandelte sich jedoch bald in einen wahren Albtraum. Immer wieder schwirrte ihr dieser elende Douglas durch den Sinn. Es war wirklich äußerst ärgerlich. Je angestrengter sie versuchte, an David zu denken, desto hartnäckiger drängte sich ihr George Douglas' Gesicht auf. Diese verwirrend zinngrauen Augen …
Seine Blicke vorhin waren ihr nicht entgangen - finster und voller Verachtung, wann immer sich ihre Augen zufällig trafen. Wenn er sich jedoch unbeobachtet geglaubt hatte, waren sie meist nachdenklich auf sie gerichtet gewesen. Nicht dass sie ihm sonderliche Aufmerksamkeit geschenkt hätte … Natürlich würde ihr dies nicht im Traum einfallen. Aber die Art, wie er abseits und ganz allein unter einem Baum gesessen hatte, hatte sie irgendwie berührt. Konnte es möglich sein, dass sich dieser Mann einsam fühlte?
Lizz rief sich sogleich energisch zur Ordnung. Sollte er doch. Von ihr aus durfte er sich hundeelend fühlen!
Plötzlich hörte Lizz das Knacken eines Astes und schreckte hoch. Niemand war zu sehen. Vielleicht war es nur ein Erdhörnchen gewesen. Dennoch blickte sie sich weiter um und horchte angestrengt in den Wald hinein.
»Es ist wohl besser, wir machen uns auf den Rückweg«, erklärte sie Margarete betont unbeschwert. Sie wollte ihre Schwester nicht beunruhigen. Sie hatten sich unbemerkt viel zu weit von den anderen Gästen entfernt. Falls sich hier jemand im Verborgenen hielt, konnte es nicht schaden, den Anschluss an die Gruppe zu suchen.
Erneut hörte sie ein Knacken. Diesmal wesentlich näher!
»Geht weg!«, erklang die wütende Stimme eines Jungen.
»Was war das?«, erkundigte sich Margarete erschrocken und richtete sich kerzengerade auf.
»Ich bin mir nicht sicher«, gestand Lizz leise. Plötzlich sah sie einen kleinen Knaben durch das Unterholz laufen.
»Großer Gott«, rief sie im nächsten Augenblick und glaubte, ihr Herz müsse stehen bleiben. Das Kind wurde von einem Wolf verfolgt!
»Komm hierher, Junge«, rief sie ohne zu zögern und beobachtete mit Entsetzen, wie der Bursche einen Haken schlug und direkt auf sie zurannte. Schwer atmend erreichte er die kleine Lichtung. Beinahe im selben Moment schlich sich das graue, zottige Tier ganz langsam aus dem Wald heraus. Lizz stieß einen erstickten Schrei aus. Mein Gott, war dieses Biest riesig. Ein tiefes Knurren drang aus seiner Kehle und jagte ihr eine Gänsehaut über den Rücken.
»Um Himmels willen«, keuchte Margarete und hielt sich ängstlich am Arm ihrer Schwester fest.
Lizzys Herz hämmerte wie wild. Sollte sie es wagen und um Hilfe schreien oder würde dieses Ungeheuer dann sofort angreifen?
»Da ist noch einer«, rief Margarete panisch, als ein zweites Tier aus dem Dickicht trat.
»Schnell, Junge, komm zu mir«, befahl Lizz und duckte sich langsam nach einem dicken, knorrigen Ast. Dieser war zwar nicht die beste Waffe, doch vielleicht würde es ihr damit gelingen, die Biester für eine Weile fern zu halten.
»Nun komm schon«, wiederholte sie nervös, als sich der Junge nicht von der Stelle rührte.
»Warum?« »Weil ich es sage«, zischte sie zurück. Als der Bursche endlich auf sie zukam, setzten sich auch die beiden Biester in Bewegung. Sie würden das Kind gleich in Stücke reißen! Ohne zu zögern sprang Lizz vor und ließ den Ast surrend durch die Luft sausen. »Verschwindet, ihr hässlichen Biester.«
Augenblicklich besaß sie die ungeteilte Aufmerksamkeit der Tiere. Aus grüngelben Augen starrten sie sie an und ein gefährliches Knurren drang erneut aus ihren Kehlen.
»So wirst du sie bestimmt nicht verjagen«, ließ sich der Junge direkt neben ihr vernehmen. Der kleine Kerl hatte vielleicht Nerven. War das arme Kind so verängstigt, dass es gar nicht begriff, in welcher Gefahr sie alle drei schwebten?
Lizz konnte nicht umhin, den tapferen Jungen zu bewundern. Er mochte kaum mehr als sechs oder sieben Lenze zählen, doch in seinen großen grauen Augen war keine Spur von Furcht zu lesen. Sie hingegen starb fast vor Angst.
»Oh Elizabeth, was sollen wir nur tun?«, jammerte Margarete weinerlich.
Die Tiere kamen langsam und mit geduckten Köpfen näher.
»Schnell, steigt in den Fluss«, befahl Lizz. »Diese Biester werden euch nicht ins Wasser folgen.«
»Ich mag aber nicht.« War dieser Junge vielleicht schwachsinnig? Auch wenn Lizz gerade noch seinen Mut bewundert hatte, so hätte sie ihm jetzt liebend gern die Leviten gelesen.
»Marsch in den Fluss«, fuhr sie ihn streng an. Das leise Aufspritzen von Wasser verriet ihr, dass er endlich gehorchte. Nun war sie selbst an der Reihe. Ganz langsam, ohne die Tiere aus den Augen zu lassen, trat sie Schritt um Schritt rückwärts ins eisige Wasser. 0h Gott, war das kalt. Ihre Beine wurden fast augenblicklich taub.
Margarete schluchzte hilflos hinter ihr. »Sie werden uns fressen.«
Lizz warf einen raschen Blick über ihre Schultern und sah das wachsbleiche Gesicht ihrer Schwester. »Wage es ja nicht, jetzt in Ohnmacht zu fallen. Ich habe wirklich nicht die Zeit, dich aus dem Wasser zu fischen.«
Sie packte den Jungen am Kragen und zog ihn ebenfalls tiefer ins Wasser.
»Mir ist kalt«, murrte dieser verdrießlich. Lizz sah, dass er bereits bis zum Bauch im Wasser stand. »Steig auf meinen Rücken.«
Er tat es ohne Widerrede. Nun sah sich Lizz einem neuen Problem ausgesetzt. Ihr Kleid hatte sich mit Wasser vollgesogen und der schwere Stoff drohte sie mit der starken Strömung mitzuziehen. Sie stemmte sich mit aller Kraft dagegen und sah erleichtert, dass die Tiere ihnen nicht folgten. Sie standen noch immer unschlüssig am Ufer, machten lange Hälse und schnupperten ihnen entgegen - doch sie folgten ihnen nicht. Leider schwand auch Lizzys Hoffnung, dass sie verschwinden würden. Stattdessen machten sie es sich am Ufer gemütlich und warteten.
»So tu doch etwas«, bat Margarete und ihre Zähne schlugen unkontrolliert aufeinander vor Kälte.
Lizz suchte fieberhaft nach einer Lösung, doch der plötzliche Geruch von geräuchertem Fleisch irritierte sie ungemein. Vielleicht verlor sie ja den Verstand? Sie schätzte die Entfernung zum anderen Ufer ab. Zu weit. Auch Hilferufe würden vermutlich nicht viel nutzen, da sie sich ein gutes Stück von den anderen entfernt hatten.
Plötzlich gewahrte sie eine Bewegung im Wald. Im nächsten Augenblick trat George Douglas auf die Lichtung und schaute sie fragend an. Lizz hätte beinahe geweint vor Erleichterung. Sollten diese Biester doch ihn fressen.
»Ist es nicht etwas zu kalt für ein kleines Bad?«, erkundigte er sich freundlich.
Sie hielt noch immer krampfhaft den Ast umklammert und deutete nun damit auf die beiden Ungeheuer.
»Blitz! Donner! Zu mir!« Lizz glaubte ihren Augen und Ohren nicht trauen zu können, als die beiden zottigen Ungetüme lammfromm an die Seite dieses Teufels trotteten.
»Archie, komm aus dem Wasser«, befahl George. »Und ihr kommt besser auch heraus, bevor ihr euch noch den Tod holt.«
Der Junge glitt von Lizzys Rücken und warf ihr einen strafenden Blick zu. »Sie hat mich gezwungen.«
Lizz und Margarete wateten ebenfalls ans Ufer zurück.
»Ich verstehe nicht… Diese Wölfe haben den Jungen durch den Wald gehetzt. Sie wollten ihn töten«, erklärte Lizz verständnislos.
»Lügnerin«, gab der Junge erbost zurück. »Sie wollten mein Brot fressen.«
Fassungslos starrte Lizz auf das zur Hälfte aufgegessene belegte Fleischbrot in seiner Hand. Sie fühlte sich wie der dümmste Mensch auf Gottes weiter Erde.


