Rebecca Michéle - Der Fürst ihrer Sehnsucht

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eBook

Verlagdotbooks
ErschienenMai 2014
ASINB00K0OGEX8
Seitenanzahl289
Preis4,99 €

Inhaltsangabe

Frankreich, 1788: Eine kühle Vernunftehe scheint die schöne Charlotte zu erwarten, als sie sich dem Wunsch ihres Vaters fügt. Sie gibt dem Comte de Montrouant ihr Ja-Wort. Doch zu ihrer großen Überraschung erlebt sie in der Hochzeitsnacht in den Armen ihres Gemahls den Rausch der Leidenschaft – dem am nächsten Morgen eine erschreckende Erkenntnis folgt: Im dunklen Gemach hat sie sich einem Fremden hingegeben! Wer ist dieser Mann, der in ihr das Feuer der Sinnlichkeit entfacht hat? Der jetzt, da das Land unter der Revolution erbebt und die Schlösser des Adels in Flammen aufgehen, die Festung ihres Herzens erstürmen will?

Leseprobe

Charlotte wusste nicht, was sie geweckt hatte. Durch die Fenster drang trübes Morgenlicht, und Charlotte hatte keine Lust, aufzuwachen. Neben sich spürte sie die Wärme Jean-Michels, der ihr im Schlaf den Rücken zugedreht hatte. Seine regelmäßigen Atemzüge verrieten, dass er noch tief und fest schlief. Mit geschlossenen Augen strichen Charlottes Finger über seinen harten Bauch nach unten, bis sie auf etwas Warmes und Weiches stieß. Sie lächelte, als es unter ihren Berührungen hart und größer wurde.
„Du bist wohl unersättlich“, murmelte sie. Gleichzeitig zog und pochte es in ihrer Lustperle, aber sie wollte ihren Mann nicht wecken. Sie presste ihr Gesicht an seinen Rücken und fühlte sich einfach nur glücklich. Charlotte hatte nicht gewusst, dass es so wundervoll, so überwältigend sein würde! Nie hätte sie dem bisher zurückhaltenden Jean-Michel eine solch zärtliche Leidenschaft zugetraut, aber so konnte man sich in Menschen täuschen. Zum ersten Mal seit seinem Heiratsantrag war sich Charlotte absolut sicher, die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Plötzlich wurden ihre träumerischen Gedanken von Schritten auf dem Flur und dem Aufreißen der Tür jäh unterbrochen. Erschrocken fuhr sie hoch. Wer wagte es, ohne zu klopfen, einfach das Zimmer zu betreten?
„Guten Morgen, ihr Schlafmützen!“
Charlotte glaubte sich in einem Albtraum gefangen, als sie sah, wer da lachend im Türrahmen stand! Es war Jean-Michel! Ihr Ehemann! Aber wie konnte das sein, er lag doch hier neben ihr! Und warum lachte er?
Langsam, als wäre sie eine Marionette, deren Bewegungen von anderen gelenkt wurde, drehte sie sich zu dem Mann neben ihr um. Da es jetzt im Zimmer beinahe hell war, sah sie einen Schopf rabenschwarzer Haare und eine große, gebogene Nase. Wer immer dieser Mann war – er war nicht ihr Ehemann!
„Ah …!“ Mit einem Schrei sprang Charlotte aus dem Bett und riss die Decke mit sich, die sie sich hastig um den Körper schlang. Doch dann sah sie, dass sie dadurch den nackten Körper des Fremden entblößt hatte, an dem ein gewisser Körperteil immer noch auf ihre Zärtlichkeiten reagierte.
„Was geht hier vor?“
Zitternd starrte sie Jean-Michel an, der lässig am Türrahmen lehnte und sie von oben bis unten betrachtete. Es ist ganz bestimmt ein Albtraum, dachte Charlotte, gleich werde ich daraus erwachen. Es kann, es darf einfach nichts anderes sein!
„Ich hoffe, du hattest eine angenehme Nacht, Charlotte.“ Sein Grinsen verstärkte sich, und er deutete auf den Fremden, der durch die Stimmen nun langsam erwachte und sich wohlig in den Kissen räkelte. „Ich habe gehört, die Frauen sind mit seinen Leistungen sehr zufrieden.“