Friederike Costa (Angeline Bauer) - Liebe - süß und scharf

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eBook

Verlagby arp
ErschienenDezember 2016
ASINB01N7K6FQN
Seitenanzahl96
Preis3,99 €

Inhaltsangabe

In diesen vierzehn spannenden, heiteren oder besinnlichen Kurzgeschichten von Friederike Costa geht es nicht nur um die Liebe, sondern auch um tolle Rezepte zum Essen und Trinken. Genau das Richtige für alle, die gerne schmökern, kochen und backen!

Titel mit zugehörigem Rezept:
Märchenprinz und Zauberfee - Daiquirí
Ein gutes Neues Jahr Herr Doktor - Silvesterkrapfen
Familiengipfel – Hase nach fränkischer Art
Besuch am Muttertag – Schokosahne-Torte
Liebe nicht ausgeschlossen – Arabischer Mokka
Einsam in einer großen Stadt – Heiße Blätterteigtaschen
Ein Ehemann muss her – Linzertorte
Ein Abend beim Botschafter – Garnelen in Kokosmilch
Bobbi, die Nervensäge – Holunder-Gewürzkuchen
Ein Hochzeitskleid für Maja – Bratapfeleis
Die Geliebte – Gebackener Ziegenkäse auf Salat
Familienfest mit Herzklopfen – Grünkohl mit Pinkel
Scheidung mit Happyend – Gorgozola-Nudeln mit Balsamicobirnen

Leseprobe

Schon am Klingeln erkannte Ilka Hülst, dass es ihre Mutter war. Niemand sonst ließ seinen Finger so lange auf dem Knopf. Sie schob die Bücher, die sie in der Hand hielt, ins Regal, nahm die leere Kiste und ging öffnen.
Juliane rauschte an ihr vorbei, ließ ihre Tasche auf den Sessel im Wohnzimmer fallen, stützte die Hände in die Hüften und sah sich um. „Der Schreibtisch gehört näher ans Fenster gerückt!“, kritisierte sie. Und dann mit Vorwurf in der Stimme: „Du hättest mich vom Bahnhof abholen können!“
„Hier gibt es eine Unmenge zu tun, und du bist alt genug, dir ein Taxi zu nehmen“, entgegnete Ilka im selben hitzigen Tonfall.
Juliane zog den Mantel aus, hängte ihn achtlos über einen Stuhl und setzte sich aufs Sofa. „Du wirst es kaum glauben, wen ich im Zug kennengelernt habe!“ Sie zündete sich eine Zigarette an und blies mit Genuss den Rauch aus, bevor sie erklärte: „Den Bürgermeister! Der Mann heißt Ernst Schranze und war begeistert, als ich ihm erzählte, dass ich die Mutter der Anwältin bin, die ab siebten Januar die Praxis von Dr. Meisner übernimmt.“
Ilka, die gerade eine wertvolle Jugendstil-Vase ins Regal stellte, drehte sich zu Juliane um und sah sie streng an. „Was hast du um Himmels Willen wieder alles über mich erzählt?“
„Was soll ich erzählt haben? Nichts!“ Juliane Brecht sah ihre Tochter an wie ein Unschuldslamm.
Wenn ihre Mutter ‚nichts‘ sagte und sie so ansah, hatte sie bestimmt in den allerschillerndsten Farben mit ihr angegeben. Das tat sie immer, wenn Ilka nicht dabei war und dazwischen gehen konnte. Juliane konnte wirklich sehr anstrengend sein, ganz besonders seit ihre Stimme nicht mehr mitmachte und sie das Singen aufgeben musste. Als Operettenstar war sie bis vor zwei Jahren noch in Städten wie Wien, Berlin oder Hamburg aufgetreten. Überhaupt schien für eine Juliane Brecht die ganze Welt eine einzige Bühne zu sein. Sie spann rosarote Schicksalsfäden und umgarnte jeden damit, der sich in ihren Fängen verstricken sollte. Auf diese Weise hatte sie im Laufe ihres Lebens vier Ehemänner verschlissen.
„Er hat uns zu seiner Silvesterparty eingeladen“, verkündete Juliane stolz.
Ilka, die sich eine weitere Bücherkiste geschnappt hatte, um sie auszuräumen, hielt kurz mit ihrer Arbeit inne. „Was soll ich auf einer Silvesterparty, wenn ich dort niemanden kenne?“
„Na eben – Leute kennenlernen!“ Juliane drückte ihre Zigarette aus.
„Nein.“ Ilka schüttelte entschieden den Kopf. „Da musst du ohne mich hingehen.“
„Unsinn! Du kommst mit! Wer in eine fremde Stadt zieht, um dort eine Anwaltskanzlei zu übernehmen, muss sich bekannt machen. Wenn die Leute sehen, was für eine hübsche, sympathische junge Frau du bist ...“
„Gehen sie zur Konkurrenz!“, fiel ihr Ilka ins Wort. „Die Leute trauen hübschen, sympathischen jungen Frauen nämlich nicht zu, einen vor Gericht rauszuboxen. Im Übrigen bin ich nicht hübsch. Meine Nase ist zu groß, meine Zähne stehen schief ...“
„Und dein Selbstvertrauen ist viel zu klein!“ Diesmal war Juliane es, die ihrer Tochter ins Wort fiel. „Du kommst mit – bitte, Häschen“, fügte sie mit großem Augenaufschlag an.