Angeline Bauer - Amsterdam - Der praktische E-Book Reiseführer

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eBook

Verlagby arp
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Seitenanzahl90
Preis3,99 €

Inhaltsangabe

Amsterdam - ‚Venedig des Norden‘.
Amsterdam kann mit keinen außerordentlichen Sehenswürdigkeiten aufbieten. Die Stadt hat keinen Eifelturm und keine Tower Bridge. Doch sie ist insgesamt eine Sehenswürdigkeit! Fast siebentausend Kaufmanns- und Lagerhäuser aus dem 16. bis 18. Jahrhundert säumen die hundertfünfundsechzig Grachten (Kanäle), die einst als Transportwege vom Hafen zu den Handelskontoren genutzt wurden. Nahezu eintausenddreihundert Brücken führen über diese Grachten. Manche von ihnen sind Zug- oder Hubbrücken und können, wenn Schiffe passieren wollen, geöffnet werden - um das zu erleben, muss man also nicht nach St. Petersburg fliegen. Und Amsterdam ist ‚echt gesellig‘! Gemütliche Kneipen gibt es zuhauf, und auf den großen Plätzen der Stadt ist immer was zu erleben.

Leseprobe

Dieser E-Book Reiseführer ist ein praktischer Begleiter für Ihren Städte-Kurztrip. Was die Auswahl der Sehenswürdigkeiten betrifft, beschränkt er sich auf das Wesentliche und ist für Leute konzipiert, die nur ein oder zwei Tage in Amsterdam verbringen können.
Der Altstadt-Rundgang, den wir für Sie zusammengestellt haben, bringt Sie in logischer Reihenfolge zu den angesagtesten Sehenswürdigkeiten. Viele Tipps und die wichtigsten Adressen, Links und Telefonnummern ersparen Ihnen in der Vorbereitungsphase für Ihren Städtetrip mühevolles Recherchieren. Besondere Museen und Festivals finden ebenso Erwähnung wie regionale Spezialitäten oder mögliche Sightseeing Touren. Hotels oder Restaurants werden nicht empfohlen.
Alle Artikel sind mit dem Inhaltsverzeichnis verlinkt. Ein Klick genügt, und Sie haben gefunden, was Sie suchen.

Tipp: Lesen Sie die informativen Artikel am Ende dieses Reiseführers bereits vor Abreise, damit Sie sich auf die örtlichen Gegebenheiten einstellen können und vor unangenehmen Überraschungen sicher sind.

Inhaltsverzeichnis
Allgemeines
Geschichte in Kürze

Rundgang:
Amsterdam Centraal Station – der Hauptbahnhof
Die Grachten
Die Grachtenhäuser
Der Jordaan
De Westerkerk
Der Turm der Westerkerk
Das Umfeld der Kirche
Anne Frank-Haus
Leidseplein
Blumenmarkt
De Munt (Münzturm)
De Dam
Das Nationalmonument
Der Königspalast (Koninklijk Paleis)
De Nieuwe Kerk
Das Rotlichtviertel
Das ‚Red Light Secret‘ – ein Prostitutionsmuseum
De Oude Kerk
Onze lieve Heer op solder

Museen:
Rijksmuseum
Das Van Gogh Museum
Diamantenschleiferei
Museum Het Rembrandthuis
Das Tropenmuseum
Het Scheepvaartmuseum (Schifffahrtsmuseum)
Foam - Fotografiemuseum Amsterdam
Hash Marihuana & Hemp Museum
Museum Het Grachtenhuis
Das Brillenmuseum
Bibel–Museum
Het Pipe-Museum

Musik, Theater, Feste:
Königstag
Befreiungstag
Holland Festival
Freilufttheater im Vondelpark
Amsterdam Gay Pride
Jordaan Festival
Uitmarkt
Amsterdam Dance Event
Nacht der Museen
Nikolaustag
Sail Amsterdam

Infos, wichtige Adressen, Sightseeing und mehr:
Amsterdam für Menschen mit Geh- oder Sehbehinderung
Amsterdam mit Hund
Verkehrsvorschriften für PKW und Camper
Parken in Amsterdam für PKW
Parken für Camper und Campingplätze
Öffentliche Verkehrsmittel
Taxi
Ankunft mit dem Kreuzfahrtschiff
Touristenauskunft
City-Card
Jugendherbergen
Sightseeing mit Schiff, Bus oder Segway
Fahrradfahren und Fahrradverleih
Telefon / Post / Strom / Wasser
WIFI und Internetcafés
Währung / Banken / Geldwechsel
Essen, Trinken und Trinkgeld
Amsterdams Kneipen
Einkaufen, Souvenirs und Öffnungszeiten
Einreisebestimmungen und Zoll
Das sollten Sie wissen
Klima
Was tun wenn ... Telefonnummern und Adressen für Notfälle
Nützliche Vokabeln

Allgemeines

Die Niederlande sind eine parlamentarische Monarchie. Sie gliedern sich in zwölf Provinzen, wobei Amsterdam in der Provinz Nordholland liegt. Normalerweise ist die Hauptstadt eines Landes auch Regierungssitz – anders hier. Der Regierungssitz befindet sich in Den Haag, während Amsterdam Hauptstadt ist.
Amsterdam liegt an der Amstel, die eigentlich gar keine richtige Mündung mehr hat. Mitten in der Innenstadt, nämlich am Muntplein, wird sie teilweise durch Rohrleitungen ins IJ abgeleitet, großteils aber über das Grachtensystem abgeführt. Ihre eigentliche Mündung, zwischen Rokin und Damrak, wurde längst zugeschüttet und bebaut. Das IJ (Ei gesprochen) war damals noch ein Meeresarm der Zuiderzee und ist heute ein an die Stadt grenzendes Binnengewässer.
Amsterdam ist weltoffen, multikulturell und hat die meisten Einwohner des Landes. Alleine im Stadtgebiet leben mehr als achthunderttausend Menschen. Nimmt man den Ballungsraum und die umliegenden Gemeinden hinzu, kommt man auf fast zweieinhalb Millionen Einwohner.
Das charakteristischste an der Altstadt sind die hufeisenförmig angelegten, von beeindruckenden Herrenhäusern und Kornspeichern gesäumten Grachten (Kanäle), die das historische Stadtzentrum in mehreren ‚Ringen‘ umschließen. Sie sind nicht nur als hervorragendes städtebauliches Kunstwerk zu betrachten, sondern zeugen auch vom einstigen Reichtum und der kulturellen Blütezeit Amsterdams im 17. Jahrhundert. Überspannt werden die Kanäle und Wassergräben, deren Wasserspiegel etwa 40 cm unter dem Meeresspiegel liegt, von 1539 kleinen und großen Brücken. 252 dieser Brücken befinden sich in der Innenstadt.
Neben dem Grachtengürtel von Amsterdam zählen acht weitere Kultur- und Naturdenkmäler der Niederlande zum UNESCO Welterbe. Es sind die Verteidigungslinie von Amsterdam (Stelling van Amsterdam), die ehemalige Insel Schokland in der Provinz Flevoland, die Windmühlen von Kinderdijk, das Dampfpumpwerk Wouda, der Beemster-Polder, das Rietveld-Schröder Haus, Willemstad auf Curaçao und das Wattenmeer, das sowohl zu Deutschland als auch zu den Niederlanden gehört.
Es ist noch nicht einmal hundert Jahre her, da lag das Randgebiet Amsterdams noch an einem ‚Meeresarm‘, der sich von Norden her ins Hinterland drängte. Doch durch den Bau eines 29 Kilometer langen und 90 Meter breiten Deichs, der 1932 fertiggestellt wurde, trennte man diesen Meeresarm von der Nordsee ab. So entstand der größte Binnensee der Niederlande, das IJsselmeer [Eiselmeer]. Es hat eine mittlere Tiefe von 5,50 m und eine Fläche von 1.100 Quadratkilometern. Der Hauptzufluss dieses Binnensees, die IJssel, kommt aus dem Gelderland und gab ihm seinen Namen.
Zu den berühmtesten Söhnen und Töchtern von Amsterdam gehören unter anderem der Friedensnobelpreisträger Tobias Asser, die Fußballspieler Johan Cruyff und Ruud Gullit, der fünfte offizielle Schachweltmeister Max Euwe, sowie Frits Zernike, Nobelpreisträger für Physik.
Ob im Stadtwappen, auf Häusergiebeln oder den sogenannten ‚Amsterdammertjes‘ (so heißen die dunkelbraunen eisernen Begrenzungspfähle, die man in der Innenstadt überall am Straßenrand sieht), immer wieder begegnet man dem Symbol der drei übereinander stehenden Kreuze. Die Mutmaßungen der Touristen sind vielfältig, doch meist falsch. Das Rätsel ist schnell aufgeklärt: Es handelt sich um Andreaskreuze. Bereits seit dem Mittelalter tauchen sie in Amsterdam immer wieder auf, ab 1505 mussten sogar alle Schiffe, die hier registriert waren, die Flagge mit den drei Kreuzen führen. Man nimmt an, dass sie als Stadtsymbol gewählt wurden, weil der Apostel Andreas, wie die Gründer Amsterdams, Fischer war.

Geschichte in Kürze

Das Gebiet um Amsterdam war bis ins 12. Jahrhundert hauptsächlich Moor- und Sumpfland und wurde von mehreren Flüssen durchzogen. Bauen musste man auf Pfählen, die tief in den morastigen Boden gerammt wurden, um so einen festen Untergrund zu schaffen. Dadurch eignete sich die Gegend nur bedingt als Siedlungsraum, und es gab zu dieser Zeit nicht mehr als ein paar kleine Weiler, in denen Fischer lebten.
An einem dieser Flüsse, der Amstel, wurde im 13. Jahrhundert die Errichtung eines Schleusendammes notwendig, um die nachfolgenden Dörfer vor Sturmfluten zu schützen. Aus den beiden Ansiedlungen, die rechts und links des Ufers lagen, und die nun durch den Damm miteinander verbunden waren, entstand ein Ort mit dem Namen ‚Amstelredam‘. Daraus wurde ‚Amstelledamme‘ und schließlich ‚Amsterdam‘. Noch heute werden die an dieser Stelle gelegenen Stadtteile Oude Zijde (alte Seite) und Nieuwe Zijde (neue Seite) genannt, und der Platz, der an der Stelle des Amstel-Damms entstand, heißt ‚Dam‘. Dieser Platz, auf dem 1648-65 das Rathaus erbaut wurde – heute ist es der Königspalast - bildet den Kern der Stadt.
Im 13. Jahrhundert erhielt Amsterdam die Stadtrechte und das Privileg, die holländischen Gewässer frei befahren zu dürfen. Dieser Schritt war entscheidend für den wirtschaftlichen Aufschwung der Stadt. Nach und nach entwickelte sich aus der ehemaligen Fischersiedlung ein kleiner Hafen, und schon bald wurde Handel betrieben. Zu Beginn vor allem mit Hering aus den eigenen Gewässern und Bier, das aus Hamburg importiert wurde. Als sich der Legende nach am 12. März 1345 das ‚Mirakel von Amsterdam‘, das sogenannte ‚Hostienwunder‘, ereignete (die erbrochene Hostie eines Sterbenden wurde im Feuer wieder ganz), strömten zudem Hunderte und bald Tausende von Pilgern in die Stadt. Auch sie brachten Reichtum, und die Einwohnerzahl wuchs.
Der ‚Schwarze Tod‘ machte auch vor Amsterdam nicht Halt. Insgesamt siebenunddreißigmal brachen Pestepidemien aus und rafften große Teile der Bevölkerung dahin. Zahlreiche Brände taten ein Übriges, denn die Holzhäuser Amsterdams waren mit Stroh gedeckt und konnten allzu leicht Feuer fangen. Immer wieder zerstörten sie die Stadt und forderten zahlreiche Menschenleben. Um dem entgegenzuwirken, wurde schließlich eine Bauordnung erlassen, nach der nur Häuser aus festem Baumaterial errichtet werden durften.
Im 16. Jahrhundert war der streng katholische spanische König Philipp II. Landesherr der Niederlande. Unerbittlich ging er gegen die ‚protestantischen Ketzer‘ vor und trieb die Ausweitung seiner Machtbefugnisse auf Kosten des städtischen Bürgertums voran. Das hatten zufolge, dass sich 1572 fast alle holländischen Städte auf die Seite einer Gruppe Aufständischer schlugen, die sich unter Führung von Willem van Oranje (dem späteren Wilhelm I.) gegen die spanische Vorherrschaft versetzten. Nur Amsterdam hielt dem König noch die Treue. Die Folge war, dass die niederländischen Rebellen den Amsterdamer Hafen blockierten, wodurch die Stadt zunehmend verarmte. Erst 1578 schloss sich auch Amsterdam den Aufständischen an und wurde protestantisch.
Nach der Eroberung Antwerpens durch die Spanier waren viele reiche Juden nach Amsterdam geflüchtet und brachten zusätzliches Kapital in die Stadt. Hatten die Niederländer ihren Gewürzhandel einst mit den Spaniern betrieben, waren sie jetzt durch den Dauerkonflikt mit ihnen gezwungen, selbst Handelsexpeditionen zu den Gewürzinseln in Ostindien zu schicken. Das erwies sich als voller Erfolg, und man beschloss, sich dort zu festigen. Anno 1602 wurde die Vereenigde Oost-Indische Compagnie gegründet, und schon bald stapelten sich in den Lagerhäusern am Hafen und an den Grachten Gewürze, Seide und andere Kostbarkeiten. Damit hatte sich Amsterdam Mitte des 17. Jahrhunderts zur wohlhabendsten Stadt Europas gemausert.
Zu dieser Zeit entstanden die schönsten Stadtviertel Amsterdams - der Grachtengürtel und der Jordaan. Auch Kunst und Kunsthandel erlebten im 17. Jahrhundert ihre Blütezeit. Maler wie Rembrandt van Rijn, Johannes Vermeer und Jan Steen errichteten ihre Ateliers und erschufen mithilfe ihrer Schüler unzählige großartige Werke.
Das Blatt wendete sich 1672, als sich die Niederlande gleichzeitig in einen Krieg mit Frankreich und England verwickelten, der sieben Jahre dauerte und zum Vorteil der Franzosen endete. Die Handelsflotten aus Indien konnten während dieser Zeit den Hafen nicht mehr erreichen. Damit verlor Amsterdam seine Vormachtstellung als einer der bedeutendsten Umschlaghäfen für den Welthandel.
Not macht bekanntlich erfinderisch, und Geld war ja vorhanden. Also verschafften sich die reichen Amsterdamer Kaufleute Einfluss auf dem Geldmarkt. Sie finanzierten europäischen Fürsten ihre kostspieligen Kriege, und so wandelte sich die einstige Handelsmacht zu einem weltweit führenden Finanzzentrum. Noch heute finden sich Bankenkonsortien in Amsterdam, die weltweit Geschäfte betreiben – darunter die Aegon, ABN-Amrobank, Rabobank, ING-Bank und viele mehr.
Am 23. Juni 1806 wurde Louis Bonaparte König von Holland und erklärte Amsterdam zu seiner Hauptstadt. Von da an verarmte die einst so reiche Stadt zunehmend. Erst mit der Eröffnung des Nordseekanals, der seit 1876 die Nordsee mit dem IJsselmeer verbindet, erlebte sie einen neuen Aufschwung. Wie schon einmal entwickelte sich Amsterdam zum Mittelpunkt des kulturellen und wissenschaftlichen Lebens der Niederlande - doch ökonomisch wurde die Stadt mehr und mehr von Rotterdam überflügelt.
Im Ersten Weltkrieg blieben die Niederlande neutral. Trotzdem war die Versorgung mit Nahrungsmitteln, u.a. auch durch den Zustrom von Emigranten, ein großes Problem und vieles nur noch auf Lebensmittelkarten erhältlich. Die Niederländer litten zunehmend Hunger. 1917 wurde bekannt, dass ein Schiff im Hafen von Amsterdam lag, das mit niederländischen Kartoffeln beladen werden sollte, um sie in die kriegsführenden Länder zu exportieren. Die Bürger gingen auf die Barrikaden - es kam zum sogenannten Kartoffelaufstand.
Elf Jahre später, nämlich 1928, verschafften die IX. Olympischen Sommerspiele, die in Amsterdam stattfanden, der Stadt für kurze Zeit neuen Glanz. Doch schon bald zeigten sich mit der weltweiten Wirtschaftskrise der 1930-iger Jahre wieder Schatten über Europa und damit auch über der niederländischen Hauptstadt.
1934 kam es in Amsterdam zum Eklat. Um die Schulden zu begrenzen, wurde den rund fünfzigtausend Arbeitslosen das Stempelgeld gekürzt. Die Kommunistische Partei organisierte daraufhin einen Aufstand. Vor allem im Stadtviertel Jordaan eskalierten die Unruhen, und es kam zu Straßenkämpfen zwischen Demonstranten und Polizei. Die Proteste wurden niedergeschlagen, es blieb bei der Kürzung des Arbeitslosengeldes.
Am 16. Mai 1940 besetzen deutsche Truppen die Stadt. Etwa hunderttausend Amsterdamer Juden fanden in Konzentrationslagern den Tod.
Amsterdam selbst blieb im Zweiten Weltkrieg weitgehend verschont, die Grachtengürtel und Sehenswürdigkeiten erhalten. Millionen Urlauber aus aller Welt besuchen die Stadt Jahr für Jahr - die Tourismusbranche boomt. Doch auch so weltberühmte Firmen wie die Brauerei Heineken, der Elektronikkonzern Philips, Shell, einige Großbanken und Computerfirmen und zu guter Letzt der Hafen von Amsterdam tragen zum Unterhalt der Bürger bei.

Rundgang

Wir beginnen unseren Rundgang am Hauptbahnhof.
Falls Sie mit dem Zug oder dem Schiff ankommen, landen Sie ohnehin dort. Reisen Sie mit dem Auto an, gibt es am Hauptbahnhof zwei günstige Möglichkeiten zu parken (siehe den Artikel Parken weiter unten, den Sie unbedingt vorab lesen sollten). Auch vom Flughafen aus nehmen Sie am besten die S-Bahn, denn sie ist schnell und günstig.
Achtung: Für unseren Rundgang verlassen Sie den Bahnhof zur Stadtseite, nicht zum Wasser hin!

Amsterdam Centraal Station – der Hauptbahnhof

Der Hauptbahnhof ist Knotenpunkt für den regionalen und städtischen Verkehr. Hier hat man Anbindung an Busse, Straßenbahnen und die Metro, selbst Fahrräder kann man im Bahnhof mieten.
Er wurde Ende des 19. Jahrhunderts auf drei künstlichen Inseln gebaut. Rund 9000 Holzpfähle, aufrecht in den Boden gerammt, tragen seine Fundamente. Das Gebäude besteht aus rotem Backstein mit Dekorationen aus Naturstein. Der Haupteingang wurde von Architekt Pierre Cuypers in Form eines Stadttores mit zwei flankierenden Türmen entworfen, um den Reisenden den Eindruck zu vermitteln, die Stadt durch ein Tor zu verlassen. Am Giebel ist das Reichswappen zu sehen, das von zwei Löwen gehalten wird, darunter vierzehn Wappen von Weltstädten wie Berlin, Paris oder Sankt Petersburg, die schon damals von ‚Amsterdam Centraal‘ aus per Bahn zu erreichen waren. Zu den bekanntesten Fernzügen, die hier verkehrten, zählten Luxuszüge wie Edelweiss, Étoile du Nord, L’Oiseau bleu, Riviera-Express oder Rheingold.
Bei seiner Einweihung am 15. Oktober 1889, gab es nur die vordere, der Stadt zugewandte Ankunftshalle. Die zweite Ankunftshalle, die auf der Wasserseite liegt, wurde im Jahr 1922 fertiggestellt. Die Überdachung zwischen beiden Hallen stammt aus dem Jahr 1996.
Bei seiner Erbauung verfügte der Bahnhof über gesonderte Warteräume für ausländische Reisende und die königliche Familie. Letztere konnte durch ein breites Tor mit einer Kutsche direkt ins Innere des ‚Königspavillon‘ chauffiert werden. Blickt man von der Stadt auf den Bahnhof, liegt der Königspavillon rechts außen (Ostflügel) und ist leicht nach vorne versetzt.

Gegenüber dem Ostflügel des Bahnhofs liegt das ehemalige ‚Smits Koffiehuis‘, das 1911 gegründet wurde und im Frühjahr 2015, nach fünfundneunzig Jahren seines Bestehens, den Betrieb einstellte. Nun befindet sich neben einem Touristenbüro ein Restaurant in dem denkmalgeschützten Gebäude. Als 1972 die Metro in Amsterdam gebaut wurde, musste ‚Smits Koffiehuis‘ abgetragen und später wieder aufgebaut werden.

Tipp: Auch wenn wir die Route unseres Rundgangs genau beschreiben, besorgen Sie sich im Touristenbüro zur Sicherheit einen kostenlosen Stadtplan!

Bevor Sie sich auf den Weg machen, nehmen Sie sich ein wenig Zeit, um etwas über die Grachten, die Grachtenhäuser und den Jordaan zu erfahren, der zu den schönsten und ‚angesagtesten‘ Stadtteilen Amsterdams gehört.

Die Grachten

Amsterdam wird auch als ‚Venedig des Norden‘ bezeichnet. Fast 7.000 Kaufmanns- und Lagerhäuser aus dem 16. bis 18. Jahrhundert säumen die hundertfünfundsechzig Grachten (Kanäle) der Stadt, die einst als Transportwege vom Hafen zu den Handelskontoren genutzt wurden. Dazu prägen nahezu eintausenddreihundert Brücken das Stadtbild.
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